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Saarbrücken will hängende Werbetafeln verbieten

Abhänger, das hört sich ein wenig abfällig an. Und in der Tat macht das Stadtplanungsamt kein Hehl daraus, dass es diese Werbeflächen und -kästen, die von den Kolonnadendecken hängen und die Passanten auf die Geschäfte aufmerksam machen sollen, nicht mag. Jedenfalls nicht in ihrer Häufung, ihrer Vielfalt und Buntheit. Dass sie als Taubensitzplätze dienen, macht sie nicht beliebter.

Abhänger, meist zwei bis drei Meter breit und 30 bis 50 Zentimeter hoch, sind schon in der Bahnhofstraße auf dem Rückzug und sollen nach und nach auch aus der Eisenbahnstraße verschwinden.

Die Stadt hätte lieber pure Decken, in die Leuchten eingelassen sind. Wohl gemerkt, die vorhandenen Abhänger genießen Bestandsschutz, aber wenn künftig ein Ladenbesitzer aufgibt, dann soll der Nachfolger kein Recht auf Anbringung einer neuen Werbung dieser Art haben. So möchte es die Stadt in ihrer bald zu erlassenden Gestaltungssatzung regeln. Nachdem die als „baukulturell wertvoll“ geltende Straße mit Millionenaufwand restauriert wurde, möchten die Verantwortlichen nun mit der Gestaltungs- und Erhaltungssatzung für Ästhetik und Ordnung sorgen.

Auch Fahnen, Laufschriften, Spannbänder und großflächig beklebte Schaufenster möchte man verbieten. Die „stadtbildpflegerischen Maßnahmen“ finden allerdings nicht bei allen Hausbesitzern und Geschäftsleuten uneingeschränkt Zuspruch. Man fühlt sich bisweilen überfahren und gegängelt. Bei einer Infoveranstaltung im Rathaus, an der etwa zwei Dutzend Betroffene teilnahmen, gab es Kritik an der Verunglimpfung der Abhänger. Sie seien den Kunden eine Hilfe, und man könne sie doch auch so vereinheitlichen, dass sie die Optik der Straße nicht stören, hieß ein Vergleichsangebot.

Es soll nun weitere Gespräche geben, ehe Bezirksrat und Bauausschuss sich des Themas abschließend annehmen. Erfreulich für die Hausbesitzer: Da die Straße (und Teile der Nebenstraßen) im Stil der 1950er fortbestehen sollen, werden in der Erhaltungssatzung nur eher geringe Anforderungen an die energetische Sanierung gestellt. Häuser auf Vordermann zu bringen, ist hier also relativ günstig.

Die Gestaltungssatzung regelt dabei das Anbringen von Werbeanlagen. Die Erhaltungssatzung trägt dazu bei, das städtebauliche Ensemble zu erhalten, zum Beispiel bei einer energetischen Sanierung. Bevor die beiden Satzungen im Stadtrat beschlossen werden, stellt die Landeshauptstadt sie vor und lädt zur Diskussion ein.
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