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Saarbrücken will stärker gegen Müllsünder vorgehen

Symbolfoto.

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Die Abfallmenge, die in öffentlichen Mülleimern entsorgt wird, ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen – in Saarbrücken um durchschnittlich 130 Tonnen Müll pro Jahr, ein Plus von 33 Prozent, erklärt Stadtpressesprecher Thomas Blug. Manche Bürger entsorgen ihren Abfall wohl lieber in den öffentlichen Tonnen als in der eigenen. Das spart Geld. Seit 2011 werden die Müllgebühren nach der Abfallmenge berechnet. Jedes Kilo Müll kostet den Bürger 31 Cent.

„Das Wiegesystem ist erfolgreich. Die Entscheidung dafür ist und bleibt richtig. Seit der Einführung sind in Saarbrücken die Restmüllmengen im Vergleich zu den Vorjahren um mittlerweile 27 Prozent gesunken“, sagt Blug. Um 11 000 Tonnen sei die Hausabfallmenge im Jahr 2014 gegenüber 2010 gesunken.

Aber auch in den gelben Säcken ist nicht immer nur das drin, was hineingehört. „Gerade in Saarbrücken ist die Anzahl an gelben Säcken, die wir wegen falscher Befüllung nicht mitnehmen, in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Die Menschen werfen so gut wie alles in gelbe Säcke“, erklärt Ingrid Paulus vom gleichnamigen Entsorger der gelben Säcke. Das Unternehmen ist auch zuständig für die Gemeinde Kleinblittersdorf. Dort gilt beim Müll das „Identsystem“. Dabei wird nicht in Kilos abgerechnet, sondern nach der Zahl der Mülltonnen-Leerungen. „In Kleinblittersdorf gibt es diese Steigerung an Fehlbefüllungen der gelben Säcke nicht wie in Saarbrücken “, sagt Ingrid Paulus.

In der vergangenen Woche beschloss der Gemeinderat einstimmig, in den kommenden Jahren an dem „Identsystem“ festzuhalten. „Das klappt bei uns reibungslos. Auch bei uns sind die Müllmengen deutlich gesunken, aber wir haben keine überfüllten öffentlichen Mülltonnen. Beide Systeme sind ökologisch sinnvoll. Warum in Saarbrücken das Wiegesystem eingesetzt wird, weiß ich allerdings nicht“, sagt Stephan Strichertz, der Bürgermeister der Gemeinde Kleinblittersdorf.

Ab 2017 steige beim Wiegesystem der Preis von einem Kilo Müll von 31 auf 48 Cent, sagte Strichertz, der im Aufsichtsrat des Entsorgungsverbands Saar sitzt, auf SZ-Anfrage. Wer dann einen vollen Hausmüllsack in eine öffentliche Mülltonne wirft, der könnte noch mehr Geld sparen.

Doch die Stadtverwaltung hat etwas dagegen. „Der Zentrale Kommunale Entsorgungsbetrieb plant, dem Problem mit einer verstärkten Öffentlichkeitsarbeit entgegenzutreten. Zudem wird unser Kommunaler Ordnungsdienst verstärkt auf Verstöße achten und ahnden“, sagt Thomas Blug und erklärt weiter: „In der Abfallwirtschaftssatzung steht in Paragraf 30 Absatz 2 Ordnungswidrigkeiten: Ordnungswidrig handelt ferner, wer vorsätzlich Abfälle in andere als die zugewiesenen Abfallbehälter einfüllt. Ordnungswidrigkeiten nach dieser Bestimmung können mit Geldbußen bis zu 1000 Euro geahndet werden.“
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