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Saarbrücken zieht Spielverbot zurück

St. Johann. Da hat die Stadt so einen schönen Basketballplatz angelegt – und ausgerechnet dann, wenn auch Väter Zeit haben, mit ihren Jungs zu spielen, ist es nicht erlaubt, sonntags nämlich. Das findet Philipp Duckensell ziemlich daneben. „Meistens kann man eh nicht spielen, weil schlechtes Wetter oder der Platz nass ist“, sagt er. Aber ab und zu würde er mit seinem elf Jahre alten Sohn schon gerne Basketball auf dem Landwehrplatz spielen. Die Woche über muss Duckensell arbeiten, sein Sohn hat genug mit der Schule zu tun.

Dass sonntags nicht gespielt werden darf, liegt daran, dass sich Anwohner bei der Stadt wegen des Lärms beschwert haben. Dass Lärm stört, verstehen viele der Spieler, sagt Duckensell. Aber Lärm gebe es mitten in der Stadt sowieso. „Da fährt zum Beispiel auch die Saarbahn vorbei“, sagt er. Gerade am Wochenende wurde der Platz bisher besonders viel genutzt. „An guten Tagen sind dort täglich bestimmt 100 Spieler anwesend in der Kernzeit zwischen 15 und 18 Uhr. Der Platz ist ein wichtiges Mittel zur Integration: Viele Spieler kommen aus Lothringen, an einem Samstag oder Sonntag sind dort mindestens 20 verschiedenen Nationalitäten anzutreffen“, sagt einer, der dort regelmäßig spielt. Seit es Beschwerden gibt und zumindest von einer Anwohnerin auch die Polizei gerufen worden ist, sind die Spielzeiten schrittweise verkürzt worden. „Erst bis 20 Uhr, später am Wochenende bis 18 Uhr“, erinnert sich ein Spieler. Dann hieß es plötzlich: An Sonn- und Feiertagen geht gar nichts mehr.



Nach einer SZ-Anfrage im Rathaus gibt es nun aber gute Nachrichten für die Spieler: Die Stadtverwaltung hat gestern das Sonntagsspielverbot auf dem Landwehrplatz wieder aufgehoben. „Der urbane Landwehrplatz ist nicht zuletzt wegen des Basketballfeldes sehr beliebt. Die nun erfolgte Zeitbegrenzung wird dem Charakter des Platzes nicht gerecht“, erklärt Stadtpressesprecher Thomas Blug. „Hier ist uns ein Fehler unterlaufen“, räumt er ein. Die Einschränkungen für die Spieler seien auf Grund von Anwohnerbeschwerden verfügt worden, „ohne dass die in solchen Fällen üblichen Verfahrensabläufe eingehalten wurden“. So wurden zum Beispiel keine Lärmmessungen gemacht. „Wir werden die Begrenzung der Spielzeiten daher umgehend wieder außer Kraft setzen, es gelten wieder die regulären Ruhezeiten“, teilt Blug mit.

Das heißt: Auch an Feier- und Sonntagen kann wieder gespielt werden. Die Stadtverwaltung nehme „aber auch die Lärmbeschwerden ernst“, betont er. Die Stadt werde „versuchen, die Interessen der Anwohner und der Basketballer unter einen Hut zu bekommen“. Zunächst wird die Verwaltung nun den Lärm messen. Außerdem wolle man versuchen „in gemeinsamen Gesprächen mit Anwohnern und Basketballern Kompromisse zu suchen, die möglichst allen Interessen gerecht werden“. Die Stadt wolle „moderieren“ und sei „zuversichtlich“, dass eine „gute Lösung“ gefunden wird. Einen Vorschlag aus den Reihen der Spieler gibt es bereits: Der Basketballkorb scheppere schon sehr, weil er aus Metall besteht. Wenn man ihn mit Gummi isoliere, könne viel Lärm verringert werden, ohne dass es die Spielfreude der Basketballer beeinträchtigt.
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