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Saarbrückens Händler haben Angst vor Stadtmitte am Fluß

Wenn die Stadt wieder mehr Anziehungskraft entwickeln will, dann gibt es keine Alternative für „Stadtmitte am Fluss“, sagt Rena Wandel-Hoefer. Das Projekt sei wichtig für Handel und Gastronomie.

Von SZ-Redakteur Martin Rolshausen

Saarbrücken. Gefährdet das „Projekt Stadtmitte am Fluss“ die Existenz Saarbrücker Einzelhändler und Wirte? Werden die Kunden wegbleiben, weil sie wegen des geplanten Stadtautobahntunnels und der damit verbundenen neuen Verkehrsfindung die Innenstadt nicht mehr finden? Oder wird der große Zusammenbruch schon kommen, weil die Innenstadt während der etwa vier Jahre dauernden Bauzeit im Chaos versinkt?
All das werde nicht geschehen, versprach Saarbrückens Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer am Mittwochabend Händlern und Gastronomen, die die Stadt zu einem Informationsgespräch eingeladen hatte. Im Gegenteil: Das Projekt biete „neue Chancen für den Einzelhandel“. Es gehe nämlich darum, trotz eines überdurchschnittlich hohen Bevölkerungsrückgangs und starker Konkurrenz durch andere Städte die Kaufkraft in Saarbrücken zu stärken.

Dazu müsse es gelingen, Studierende, die hier gut ausgebildet werden, nach dem Studium in der Stadt zu halten. Das gelte auch für die Manager von großen Betrieben, die überlegen, ob sie den Firmensitz hier halten oder verlegen. Zurzeit gebe es da in Saarbrücken „deutlich erkennbare Defizite“. Gerade weil der Kampf um kluge Köpfe, die auch Wohlstand bringen, immer härter werden, haben sich die Präsidenten und Rektoren der saarländischen Hochschulen für „Stadtmitte am Fluss“ stark gemacht, betonte Wandel-Hoefer und zitierte aus einem Brief, in dem die Professoren erklären, dass das Projekt „für Modernität, Dynamik und Handlungsfähigkeit“ stehe.

Die Händler und Wirte blieben skeptisch. Unter dem Bau der Saarbahntrasse und der Fußgängerzone Bahnhofstraße habe der Handel sehr gelitten. Warum sollte das bei einem wesentlich größeren Bauvorhaben anders sein? Weil die Stadt nun viel mehr Zeit habe, die Bauabschnitte so vorzubereiten, dass es eben kein Chaos gebe. So werde erst der „Boulevard auf der Franz-Josef-Röder-Straße fertiggestellt, dann eine der Tunnelröhren, auf deren Deckel der Verkehr übergangsweise rollen werde. Wandel-Hoefer: „Wir können nur um Vertrauen werben.“
Und die Verkehrssicherheit? Die werde durch den Tunnel verbessert. Denn das größte Unfallrisiko seien zurzeit die gefährlichen Auf- und Abfahrten an der Wilhelm-Heinrich-Brücke.

Dass diese Brücke nicht mehr von der Autobahn zu erreichen sein soll, sei eine Verschlechterung der Situation hielten Händler der Dezernentin entgegen. Die Brücke sei über den Boulevard weiter befahrbar, hielt Wandel-Hoefer dagegen. Und auch das mit dem Hochwasser sei kein Problem. Während der Bauphase könne es da durchaus Schwierigkeiten geben. Aber wenn der Tunnel fertig ist, werde der Verkehr weniger von Hochwasser beeinflusst, weil der Tunnel nur beim so genannten hundertjährigen Hochwasser geschlossen werden müsse. Dann habe der Handel aber andere Probleme als das Verkehrschaos, denn dann stehe das Hochwasser in den Läden der Bahnhofstraße und des St. Johanner Marktes.

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