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Saarbrücker Anwalt sitzt in bayerischem Gefängnis

Saarbrücken/Augsburg. Seit fünf Monaten sitzt der 44 Jahre alte Saarbrücker Rechtsanwalt K., der früher wiederholt im Schatten des aus dem Saarland stammenden Geschäftsmannes und Lobbyisten Dieter Holzer aufgetreten ist, hinter Gittern. In der Justizvollzugsanstalt Landshut in Bayern wartet er auf seinen Prozess vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Augsburg. Matthias Nickolai, Sprecher der Staatsanwaltschaft Augsburg, bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung die Inhaftierung des Anwaltes, gegen den Anklage wegen Beihilfe zum Bankrott erhoben ist. Nach Informationen unserer Zeitung wird ihm auch Beihilfe zur Steuerhinterziehung in Millionenhöhe vorgeworfen.

Der Mann, dem Anwalt K. behilflich gewesen sein soll, Vermögen vor Gläubigern zur Seite zu schaffen, ist kein Unbekannter: K. soll mit Ludwig Holger Pfahls (68), Ex-Verteidigungsstaatssekretär (1987 bis 1992) und Ex-Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, auf die Anklagebank. Zum Kreis der Beschuldigten zählen auch zwei Frauen und vier Männer.

Wie der Saarbrücker Anwalt wurde Pfahls wenige Tage vor Weihnachten 2010 verhaftet. Der CSU-Politiker verbüßte bis August 2005 eine Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung und Korruption. Er hatte gestanden, von dem Waffenhändler Karlheinz Schreiber Schmiergeld in Millionenhöhe kassiert zu haben. Nach seiner Haftentlassung stellte sich Pfahls als vermögenslos dar, gab die eidesstattliche Versicherung ab.  Zu seinen Gläubigern zählen angeblich die Justiz, das Nürnberger Finanzamt mit 1,5 Millionen Euro und das Verteidigungsministerium mit knapp zwei Millionen Euro.



Die Staatsanwaltschaft Augsburg geht davon aus, dass Pfahls mit Hilfe seiner ebenfalls angeklagten Ehefrau, sowie von Juristen und Geschäftspartnern Millionen im Ausland deponiert und über Treuhänder und Strohmänner verschleierte. Der Saarbrücker Anwalt soll den Verkauf der Luxusvilla „Mas Rayos“ im südfranzösischen Vallauris für Pfahls abgewickelt haben. Die Empfehlung für diesen Auftrag kam offenbar von Dieter Holzer. Das Geschäft soll im Mai 2008 bei einer Notarin in lothringischen Bitsch beurkundet worden sein. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Luxus-Immobilie für 2,7 Millionen Euro den Besitzer wechselte. Beurkundet wurden wohl nur 1,5 Millionen Euro. Das Geld soll auf ein Schweizer Konto überwiesen worden sein, auf das Pfahls Ehefrau Zugriff hatte.

Der Saarbrücker Anwalt erhielt für seine Bemühungen in dieser Sache vermutlich mehr als 20.000 Euro. Wobei bei der Honorarzahlung offenbar auch seltsame Methoden gewählt wurden. Wie zu erfahren war, hatte der Jurist im Oktober 2010 noch eine offene Forderung von 10.000 Euro gegen Pfahls. Bei einem Treffen in einem Schnell-Restaurant am Nürnberger Bahnhof im Dezember 2010 soll der Anwalt von Begleitern Pfahls bedroht worden sein, weshalb er sich mit 5000 Euro zufrieden gab. Der Homburger Rechtsanwalt Guido Britz, der Anwalt K. verteidigt, wollte zu Details keine Stellung nehmen. Er sprach von einem Teilgeständnis seines Mandanten. Gegen den saarländischen Geschäftsmann Dieter Holzer läuft im „Fall Pfahls“ ein gesondertes Verfahren. Auch er ist in Haft.
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