Saarland / Luxemburg: Landesgrenze BAB 8 (D) / A 13 (Lux.), Tunnel Markusbierg in Luxemburg ist wegen Feuerübung bis zum Ende des 21.10.17 gesperrt, Verkehr wird an der AS Schengen abgeleitet. (20.10.2017, 23:07)

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Saarbrücker CDU kritisiert neue Straßenstrich-Regeln

  Die Saarbrücker SPD sieht „die Landeshauptstadt im Kampf gegen die ausufernde Prostitution gut gerüstet“. Grund für diese Einschätzung der SPD-Kreisvorsitzenden Isolde Ries ist der Vorschlag einer gemeinsamen Arbeitsgruppe von Stadtverwaltung und Landesregierung, die Stadt zum Sperrgebiet für Straßenprostitution zu erklären. Ganz Saarbrücken? Nein, einige Ausnahmen soll es geben. Und die sind es, die die CDU im Stadtbezirk West zu einer ganz anderen Einschätzung kommen lassen als die SPD.

In der Dudweilerstraße zwischen der Bahnbrücke und der Einmündung „Im Sauerbrod“, in der Burbacher Hochstraße von der Tankstelle bis zur Einmündung zu den Saarterrassen und in der Dr.-Vogeler-Straße im Deutschmühlental (am Hauptfriedhof ) soll Straßenprostitution erlaubt sein.

Weiter Prostitution in der Nähe des Hauptfriedhofs zuzulassen, sei „schon äußerst problematisch“, sagt der CDU-Stadtverordnete und Vorsitzende des CDU-Bezirksverbands West, Gerd Hirschmann. Die geplante Regelung für Burbach sei aber noch schlimmer, sie „konterkariert jahrzehntelange Bemühungen, dem Stadtteil Burbach endlich zu dem positiveren Image zu verhelfen, das ihm eigentlich zusteht“, befürchtet er.

Die Projekte „Soziale Stadt“ und „Stadtumbau West“ sollten dem Stadtteil helfen, ein neues Gesicht zu entwickeln, erklärt Hirschmann. Auf dem ehemaligen Hüttengelände, den heutigen Saarterrassen, sei das gelungen. Aber auch „der Verkehrskreisel Burbacher Stern, der Umbau des ehemaligen Schlafhauses und des Hauses Hochstraße 110, der Umbau des Burbacher Marktes und Fassadenkonzepte“ haben „zu einer städtebaulichen Aufwertung“ Burbachs geführt, sagt die CDU.

„Und jetzt soll hier am Eingang zu den Saarterrassen der Straßenstrich installiert werden? 300 Meter vom ehemaligen Standort der jetzt gottseidank abgerissenen Tosa-Klause entfernt. Ein fataler Vorschlag“, findet Hirschmann. Zumal auf dem Burbacher Matzenberg demnächst eines der größten Bordelle Europas eröffnet werde. Hirschmann: „Die Anzahl der bordellähnlichen Betriebe ist in Burbach schon jetzt zu hoch. Wozu all die Bemühungen und vielen Sitzungen in Stadtrat, Bezirksrat und an runden Tischen, an denen viele Bürger engagiert und kritisch teilgenommen haben? Hierdurch werden alle Bemühungen, Burbach zu einem anderen Image zu verhelfen, ad absurdum geführt.“

Während die CDU-geführte Landesregierung das Konzept mit der SPD-geführten Stadtverwaltung entwickelt hat, hält die Saarbrücker West-CDU „die Duldung eines Straßenstrichs in Burbach für das völlig falsche Signal“. Sie werde sich „vehement gegen dieses Vorhaben wehren“, kündigt Gerd Hirschmann an.

Unter anderem weil sie im Winterhalbjahr nur ab 20 Uhr, im Sommerhalbjahr ab 22 Uhr erlaubt und um sechs Uhr Schluss sein soll, könne die Straßenprostitution „dauerhaft wirksam eingedämmt“ werden, sagt dagegen die Saarbrücker SPD-Vorsitzende Isolde Ries. „Damit vermeiden wir nicht nur negative Wirkungen für das Saarbrücker Stadtbild, sondern dienen auch den Sicherheitsinteressen der Prostituierten, die gerade im Bereich des Straßenstrichs zahlreichen Gefahren ausgesetzt sind“, argumentiert sie. Auch „eine effektive Überwachung der Sicherheit“ sei so möglich.
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