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Saarbrücker Drogenberatung: Rat und Hilfe für ein Leben ohne Rauschgift

Sie müssen die Matheklausur schaffen oder morgen Früh ein makelloses Werkstück abliefern. Aber vorher düsen sie noch in die Disko, um abzutanzen, als würde der Akku nie leer. Rein mit dem Speed, einer Aufputschdroge, um sich auf Touren zu bringen. Speed ist ein weißes Pulver, das wie Kokain geschnupft wird, und Nerven im Gehirn schädigt.

Danach kommt der Joint, um wieder „runterzukommen“. Viel Alkohol läuft hinterher. Drogen, die leicht zu kriegen sind, werden tückische Helfer. Denn die Illusion, alles cool unter Kontrolle zu haben, platzt. Weil plötzlich doch die Lehrstelle weg ist. Oder die Versicherung nicht für den schweren Unfall unter Drogen aufkommen will. Dann droht zum Knast auch noch der finanzielle Ruin. Ein Fall aus dem Alltag der Aktionsgemeinschaft Drogenberatung (AGD). Der Verein hat ein Expertenteam für die Vorbeugung. Die Beratung von Suchtkranken ist das zweite Standbein der AGD.

Das Stammhaus steht in Saarbrücken, wo die AGD gestern ihren Jahresbericht vorstellte. Zweigstellen gibt es im Gefängnis auf der Lerchesflur und in Völklingen. 5481 Menschen bekamen 2013 Rat und Hilfe bei der AGD, etwa gleich viele wie 2012. Das waren Lehrer, die wirksam warnen, und Schüler, die gar nicht erst an Drogen geraten sollen. Konsumenten kamen auf der Suche nach einem Ausweg in die Saargemünder Straße nach St. Arnual oder in die Pasteurstraße nach Völklingen. Verzweifelte Angehörige holten sich Termine für Beratungsgespräche. Sie kämpfen gegen den Absturz eines Kindes oder Enkels. Die meisten Hasch-Einsteiger (47 Prozent) fingen schon an, als sie nicht mal 14 waren. Selbst jeder fünfte Aufputschpillen- Schlucker, den die AGD im vorigen Jahr beriet, war fast noch ein Kind, als er die Dinger zum ersten Mal nahm.

Den Weg aus der Sucht stecken Betroffene und Therapeuten gemeinsam ab. Thomas Reuland, der Leiter der AGD: „Wir müssen erreichbare Ziele erarbeiten, um von dort die nächste Ebene anzugehen.“ Wer Ziele überhöht, riskiert das Scheitern oder macht sich gar nicht erst auf den Weg. Daher reicht die Pyramide vom puren Überleben bis hin zur völligen Abstinenz, mit der die Klienten zufrieden sind.

Dazwischen sind Rückfälle häufig. Dann helfen die Therapeuten ihren Klienten, die Nackenschläge wegzustecken – und weiterzumachen. „Die Leute sollen sich erst einmal fragen: ,Wofür brauch’ ich das?’. Sie müssen erkennen, welche Dinge in ihrem Leben das Suchtverhalten auslösen, und Grenzen verteidigen, die andere bis jetzt bei ihnen immer wieder überschreiten“, sagt Reulands Kollegin Karin Berty. Sucht brennt sich tief ins Hirn. Damit sie dort nicht bleibt, greift das AGD-Team, wenn es irgend geht, schon ein, sobald junge Leute gerade erst mit Drogen in Kontakt kamen. All diese Werkzeuge der Therapeuten taugen offenbar etwas, wie der Blick in die Statistik zeigt: Etwa zwei Dritteln der Betreuten ging es dank der Hilfsangebote besser. Das hat sich herumgesprochen. Fast drei Viertel der Klienten wurden nicht etwa von Ärzten oder Justiz geschickt, sondern fanden selbst den Weg zur AGD.

Kontakt: Die AGD hat Tel. (06 81) 98 54 10.

www. drogenberatung-saar.de

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