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Saarbrücker Einkaufs- Tempel eröffnet erst in einem Jahr

150 Menschen arbeiten zurzeit auf der Shopping-Center-Baustelle am Bahnhof. Ab Anfang 2010 sollen es bis zu 450 werden. Sie fügen Bergwerksdirektion und Saar-Galerie zu einem neuen Ganzen zusammen.

Von SZ-Redakteur Martin Rolshausen


Saarbrücken. „Das ist viel Aufwand“, sagt Markus Bischoff. „Wir betreiben hier einen erheblichen Aufwand“, sagt Detlev Stax. „Das ist schon etwas ganz Besonderes hier“, sagt Gunter Scherzberg. Die drei Männer vom ECE-Projektmanagement hatten gestern eine klare Botschaft: Der Umbau der ehemaligen Bergwerksdirektion und der ehemaligen Saar-Galerie ist im Sinne der Stadt und setzt zwei unbrauchbar gewordene Gebäude ab Herbst 2010 neu in Szene.
Nach aller Kritik daran, dass von der historischen Bergwerksdirektion kaum mehr als die Fassade übrigbleibt sei es daher nun „an der Zeit, dass das Neue angenommen wird“, sagte der Saarbrücker ECE-Centermanager, Serge Micarelli, gestern vor Medienvertretern bei einem Baustellenrundgang.
120 Geschäfte auf 25.000 Quadratmetern Verkaufsfläche sollen hier angesiedelt werden. 30.000 Menschen sollen jeden Tag in den Einkaufstempel strömen. Das Parkhaus hat Platz für 1050 Autos.

Seit gut einem Jahr wird gebaut. 120 Millionen Euro werden investiert. Und eigentlich sollte im Herbst dieses Jahres eröffnet werden. Im Frühjahr dieses Jahres hieß es dann: Im Frühjahr 2010 sei man fertig mit dem Umbau. Gestern nun versprach Micarelli: „Wir werden im Herbst 2010 eröffnen.“ Etwa 85 Prozent der Fläche sei vermietet. Unter anderem habe die Lebensmittelhandelskette Rewe unterschrieben.
Es wird also wieder großflächigen Lebensmittelhandel in der Innenstadt geben. Das und Geschäfte, die es in der Innenstadt noch nicht gebe (Micarelli nannte unter anderem Gerry Weber und Triumph), werden dafür sorgen, dass auch in der Bahnhofstraße mehr los ist, versicherte der Centermanager. Das Center sei gut für die Innenstadt.
Dass sich die Bauzeit um ein Jahr verlängert, liege vor allem daran, dass „die Qualität des Betons so schlecht ist, dass wir eingreifen mussten“, erklärt Baumanager Detlev Stax. Gemeint ist nicht die 130 Jahre alte Bergwerksdirektion, sondern die ehemalige Saar-Galerie. Der Beton sei „nicht marode“, sei aber „nicht ausreichend“ für das, was ECE auf seine Grundlage bauen will, erklärt der Diplom-Ingenieur.

Die Bergwerksdirektion hat ECE in ein Stahlkorsett gespannt, damit die Fassade keinen Schaden nimmt, während um sie herum gearbeitet wird. „Wer das sieht denkt vielleicht: Die machen alles kaputt“, räumt Micarelli ein. Aber viele Steine werden lediglich „abgetragen, nummeriert, auf ihre Beschaffenheit hin überprüft und wieder eingesetzt“, erklärt Micarelli – „mit viel Aufwand“. Das sei „wie früher in Berlin bei den Trümmerfrauen“, sagt ECE-Architekt Markus Bischoff. Auch die alten Fenster sind herausgenommen worden, werden saniert und dann wieder eingesetzt.
Weil aber auch die alte Bergwerksdirektion von der Statik nicht darauf ausgerichtet ist, ein Dach zu tragen, das den Hof zwischen Gropius-Bau und ehemaliger Saar-Galerie überspannen soll, haben sich die Architekten etwas Besonderes einfallen lassen: Ein Luftkissendach. „Das Dach ist schon eine kleine Sensation“, sagt Bischoff. Nachts werde es beleuchtet sein und in den Himmel strahlen.

Vom Flugzeug aus werde man so nachts gleich wissen, dass man wieder daheim in Saarbrücken ist, schwärmt Micarelli. Aber nicht nur deshalb hat er „den Eindruck, dass das neue Center von der Bevölkerung angenommen wird“.
Eine wichtige Frage sei aber noch zu klären: der Name des neuen Einkaufszentrums. Im Herbst will ECE die Bevölkerung aufrufen, Vorschläge zu machen.
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