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Saarbrücker Familie hilft Polizei bei Suche nach verschwundenem Smartphone

Neue Smartphones machen es Kriminellen schwer, damit Schindluder zu treiben. Zwei Saarbrücker haben diese Technik so klug eingesetzt, dass sogar die Polizei staunt.

Neue Smartphones machen es Kriminellen schwer, damit Schindluder zu treiben. Zwei Saarbrücker haben diese Technik so klug eingesetzt, dass sogar die Polizei staunt.

Das Aufleuchten des kleinen Bildschirms genügt. Schon ist kriminelle Neugier geweckt, Sekunden danach ist oft ein weiterer Smartphone-Besitzer bestohlen oder gar mit Tritten und Schlägen gezwungen, das gute Stück rauszurücken. 2014 häuften sich solche Delikte in Saarbrücken.

Die Opfer bleiben zurück. Schockiert, gedemütigt und verängstigt. Oder zumindest so wütend wie jener junge Saarbrücker, dem sein Smartphone am 19. Dezember abhanden kam. Und er bemerkte das zunächst nicht einmal.

Dem Schreck über das Verschwinden des teuren Teils folgte der Entschluss: Das lass' ich mir nicht bieten. Er fiel dem jungen Mann umso leichter, da er eine kluge Helferin an seiner Seite hatte: seine Mutter. Die ging noch am Abend des Tattages auf Spurensuche.

Elektronischer Helfer war eine Sicherheitsvorrichtung, eine sogenannte App, die das Smartphone ihres Sohnes hat. Um diesen Vorteil wissend, setzte die Frau sich an den Computer und hatte am nächsten Tag auf der Polizeiwache in Alt-Saarbrücken schon Tipps für die Ermittler: Das Gerät sei mit dem neuen Besitzer unterwegs. Damit war dessen Versuch gescheitert, die Spur der Beute zu verwischen. Selbst mit neuer SIM-Karte ging das nicht. Und die neue Telefonnummer erschien auch noch auf dem Computerbildschirm der Amateur-Detektive.

Daraufhin ergriff der junge Mann, dem das Smartphone abhandengekommen war, die Initiative. Er wählte die neue Nummer und blickte nun unverhofft sogar auf ein Bild des neuen Besitzers. Kurz darauf kam Kommissar Zufall ins Spiel. Der rechtmäßige Eigentümer lief am Hauptbahnhof ausgerechnet jenem Mann über den Weg, von dem er wusste: Dieser Typ hat mein Smartphone. Er heftete sich an die Fersen des Mannes, wählte nahe der Wilhelm-Heinrich-Brücke das Smartphone an.

Der Mann holte das Gerät raus. Jetzt legte der mutige Verfolger noch einen Zahn zu, fand sogar heraus, wo der neue Besitzer arbeitet. Und Facebook lieferte dank der neuen Nummer ein Profilbild und den vollständigen Namen.

Der Rest war Polizeiroutine. Schließlich saß ein 26-Jähriger vor den Beamten, der noch nicht in Erscheinung getreten war. Ihr Fazit: „Er hatte zunächst wenig Unrechtsbewusstsein. Aber ihm dämmerte in der Vernehmung, dass er Mist gebaut hat. Er händigte uns das Smartphone aus.“

Als Nachspiel kommt ein Strafverfahren wegen Diebstahl oder Unterschlagung auf ihn zu. Und seine weiße Weste ist Vergangenheit.
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