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Saarbrücker Filmfans stürmen die Blaue Stunde

Saarbrücken. Freiluftkino mit tanzenden Schneeflocken, wann hat es das schon mal gegeben?! Doch hartgesottene Fans konnte natürlich auch die klirrende Kälte nicht schrecken, sich wie jedes Jahr am Freitagabend im Innenhof der Stadtgalerie aufs Max-Ophüls-Preis-Festival einzustimmen. Wenn es vielleicht auch nicht ganz so viele waren wie sonst. Ziemlich nervensägende Frauen standen diesmal bei der Blauen Stunde im Mittelpunkt – zum Glück nur auf der Leinwand, in den Kurzfilmkomödien, die einen Vorgeschmack auf das diesjährige Festivalprogramm geben sollten.

In „Rummel“ hat eine junge Blondine nichts Besseres im Sinn, als ihrem Freund ausgerechnet auf dem Jahrmarkt eine nicht enden wollende Standpauke zu halten. Dieweil das Paar auf allen möglichen Vergnügungs-Fahrmaschinen Runden fährt, quasselt sie – und er schweigt.

Während man in diesem Streifen auf eine wirklich zündende Pointe am Ende vergeblich wartet, wagt der Gatte im nachfolgenden Film „Fröhliche Weihnachten“ einen brutalen Schnitt. Um seiner bessere Hälfte zu stoppen, die das Haus mit kitschigen Lichter-Dekos überlädt und den Stromzähler zum Rasen bringt, lässt er irgendwann die Leiter los.

Gut, dass Weihnachten mal wieder geschafft ist und jetzt nur noch die blauen Herzen leuchten! Ähnlich wie am Heiligabend wartete man während der Blauen Stunde aber auch ungeduldig auf die Bescherung, sprich den Start des Kartenvorverkaufs. Zur Schnecke formte sich diesmal die wachsende Warteschlange im gläsernen Windfang vor dem Eingang des K4-Forums, denn der war dank Heizpilzen nicht ganz so kalt. „Ich bin seit 18.15 Uhr hier, und war da schon an vierter Position“, sagt Gudrun Feld. Die Saarbrückerin verpasst seit zehn Jahren keine Blaue Stunde und hatte zum ersten Mal schon alle Filme, für die sie Karten erwerben will, vorher ausgesucht.
 
„Dass der Katalog in diesem Jahr schon zwei Tage vorher herauskam, war sehr angenehm“, lobt Michaela Scheithauer aus Völklingen, die schon seit 18 Uhr die Stellung hält, die Festivalmacher. Wie Eric Berberich aus Homburg, der den ersten Platz vor der Tür verteidigt, hoffen die meisten Wartenden vor allem, nach dem Motto „Der frühe Vogel fängt den Wurm“, noch ein Ticket für die Eröffnungs-Veranstaltung zu ergattern. „Die gehen heute Abend alle weg“, erklärt Michèle Lamy, die sich um kurz vor halb neun Uhr mit drei jungen Kolleginnen an der Kasse für den großen Ansturm präpariert. Den gab es am Freitag nicht nur an der Stadtgalerie, sondern auch an den anderen Festivalkinos. Im Filmhaus etwa zog sich eine Warteschlange durchs ganze Treppenhaus. Und alle wollten nur eines, wie Albrecht Stuby feststellte: Ophüls-Karten. 
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