L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Saarbrücker Finanz-Informatik vor dem Aus

Am Saarbrücker Neugrabenweg hat die Finanz Informatik einen ihrer neun Standorte - noch.

Am Saarbrücker Neugrabenweg hat die Finanz Informatik einen ihrer neun Standorte - noch.

Saarbrücken/Frankfurt. Die Entscheidung über die Zukunft des Sparkassen-Rechenzentrums in Saarbrücken ist gefallen. Wie befürchtet, „wird unser Standort zum 31. Dezember 2013 geschlossen“ – genauso wie bundesweit fünf weitere Standorte, sagte Betriebsratsmitglied Dieter Stein. Rund 50 Mitarbeiter der Finanz Informatik (FI) sind im Saarland betroffen (wir berichteten). Gestern waren 23 von ihnen noch mit einem Bus nach Frankfurt zu einer Demonstration vor der Firmenzentrale gefahren. Insgesamt protestierten dort nach Betriebsratsangaben 350 FI-Beschäftigte gegen die Schließungspläne.

Doch es nützte nichts. Aufsichtsrat und Gesellschafter der Finanz Informatik, im Wesentlichen die Sparkassenverbände, stimmten gestern dem Vorhaben der Geschäftsführung zu. Das Unternehmen macht demnach sechs Niederlassungen dicht: außer Saarbrücken auch Berlin, Leipzig, München, Nürnberg und Stuttgart- Fellbach. Bestehen bleiben Frankfurt, Hannover und Münster. Auch „unser Saarbrücker Modell ist gestorben“, sagte Betriebsrat Stein. Die hiesige Belegschaft hatte vorgeschlagen, die FI in Saarbrücken als Nebenstelle der Frankfurter Zentrale weiter zu betreiben. 1634 der 4288 Vollzeitarbeitsplätze sind nach Unternehmensangaben von den Schließungen betroffen. Dies bedeute aber nicht, dass so viele Stellen abgebaut werden, erklärte ein Sprecher gestern. Denn „jeder Mitarbeiter bekommt ein Jobangebot“.

Theoretisch können demnach also alle Betroffenen weiter bei der FI arbeiten. Das Unternehmen rechne aber damit, dass viele nicht zu einem Wechsel bereit seien, räumte der Sprecher ein. Wie groß am Ende der Stellenabbau sei, „ist schwer zu prognostizieren“, sagte der Sprecher. Sollten aber zu wenige Mitarbeiter nach Frankfurt, Münster oder Hannover umziehen wollen, könne es dort auch zu Neueinstellungen kommen. Die Zahl der Standorte zu verkleinern, ist aus Sicht der Geschäftsführung notwendig. Zurzeit verteilen sich demnach 60 Prozent der Aufgaben auf vier und mehr FI-Filialen. Mit der Neuorganisation sollen die meisten Aufgaben auf eine oder zwei Geschäftsstellen konzentriert werden. „Die Zersplitterung auf viele verschiedene Standorte kostet sehr viel Zeit und Geld. Sie begrenzt die Qualität der Arbeit und sie schwächt unsere Wettbewerbsposition“, sagte Vorstandschef Fridolin Neumann.

„Es sind nur lange Gesichter um mich herum“, beschrieb Betriebsrat Stein die Stimmung unter seinen Kollegen. Die Verunsicherung ist groß – trotz der versprochenen Jobangebote. Fortziehen aus dem Saarland? Oder hier einen neuen Arbeitsplatz suchen? Das sind jetzt die Fragen. Bald sollen Gespräche der Geschäftsführung mit den Arbeitnehmervertretern über einen Sozialplan beginnen. Dabei wird es unter anderem um Umzugshilfen, Altersteilzeit-Regelungen und Abfindungen gehen. Das Unternehmen verspricht Wechselwilligen mindestens 50 000 Euro. Und alle, die an ihrem Wohnort bleiben wollen, sollen je nach Alter und Betriebszugehörigkeit, im Schnitt mehr als 100 000 Euro erhalten. mzt
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