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Saarbrücker Flughafen soll auch Zweibrücker Flugbetrieb managen

Der Saarbrücker Flughafen soll nach Plänen der Landesregierung den Flugbetrieb auch am Standort Zweibrücker managen.

Der Saarbrücker Flughafen soll nach Plänen der Landesregierung den Flugbetrieb auch am Standort Zweibrücker managen.

In den Verhandlungen über eine Zusammenarbeit der beiden hoch defizitären Flughäfen Saarbrücken und Zweibrücken droht Stillstand. Und das, obwohl für Ende August Gespräche der zuständigen Staatssekretäre über einen vom Saarland vorgelegten Kooperationsvorschlag angesetzt sind. Politische Wellen schlugen gestern Äußerungen des rheinland-pfälzischen Innen- und Infrastrukturministers Roger Lewentz (SPD). „Ich warte händeringend, dass Heiko Maas in Sachen Flughafen auf uns zukommt. Ein Gegeneinander kann keinem helfen. Wir wollen das gemeinsam tun, weil der Flughafen Zweibrücken aus unserer Sicht auch in Zukunft stabil sein muss“, hatte Lewentz am Donnerstagabend bei einem Wahlkampfauftritt in Zweibrücken gesagt, wie der „Pfälzische Merkur“ berichtete. Offen blieb, ob er damit dem saarländischen Vorschlag eine Absage erteilt, dass der Saarbrücker Flughafen auch den Standort Zweibrücken managen könnte.

Die Opposition im saarländischen Landtag nahm Lewentz’ Appell als Vorlage für einen Generalangriff. Grünen-Landeschef Hubert Ulrich warf Saar- Wirtschaftsminister Heiko Maas (SPD) und dessen Parteiund Ministerkollegen aus Mainz Versagen vor. „Die beiden scheinen weder gewillt noch in der Lage zu sein, miteinander zu kommunizieren, um eine Lösung für die Flughäfen zu finden“, wetterte Ulrich. „Mit ihrem Kirchturmdenken verhindern sowohl Lewentz als auch Maas vernünftige Lösungen und schaden damit den von ihnen regierten Ländern.“

Eine radikale Lösung schlug der saarländische Bundestagsabgeordnete der Linken, Thomas Lutze, vor: „Es ist kein wirtschaftlich sinnvolles Konzept für den Betrieb zweier Flughäfen in unmittelbarer Nähe erkennbar. Deshalb sollte der Zweibrücker Flughafen geschlossen werden.“ Im Gegenzug solle sich das Saarland an der Finanzierung der Bahnstrecke zwischen Homburg und Zweibrücken beteiligen.

Im Saar-Wirtschaftsministerium zeigt man sich verwundert über die Äußerungen von Lewentz und verweist auf die anstehenden Gespräche der Staatssekretäre Jürgen Barke fürs Saarland und Jürgen Häfner aus Rheinland-Pfalz. „Die Zusammenarbeit bleibt ein standortpolitisches Ziel“, versicherte Barke. Zudem lägen der rheinland-pfälzischen Seite „detaillierte Vorschläge vor, wie man vorankommen könne“. In Mainz ist man da anderer Meinung. Das Ministerium habe zwar schriftlich etwas vorliegen, habe aber um weitere Details gebeten, sagte ein Sprecher. Einig sind beide Seiten darin, sich zu Inhalten des saarländischen Vorschlags öffentlich nicht zu äußern.

Bekannt ist, dass den saarländischen Plänen zufolge der Flughafen Saarbrücken auch den Flugbetrieb in Zweibrücken managen soll. Damit soll die Konkurrenzsituation verschwinden, weil Fluggesellschaften es nur mit einer Geschäftsführung zu tun hätten und nicht mehr einen gegen die anderen ausspielen könnten. Nach SZ-Informationen will das Saarland dem Nachbarstandort ein gewisses Maß an Flugbetrieb zusichern, wenn es die Verwaltung des Flughafens Zweibrücken übernimmt. Die Hoffnung ist offenbar auch, Personalkosten zu senken. Der neue Vorschlag ist darüber hinaus eine Alternative zur lange verfolgten Variante einer kompletten gesellschaftsrechtlichen Verschmelzung der beiden Flughafengesellschaften.

Jedes Land bleibt dem neuen Vorschlag zufolge Eigentümer seines Flughafens und muss für Unterhalt, Investitionen sowie Defizite selbst aufkommen.

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