L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Saarbrücker Gewerbegebiet Käsbösch steht vor dem Aus

Blick auf das Almet zwischen St. Arnual und Alt-Saarbrücken. Archivfoto: Becker&Bredel</p>

Blick auf das Almet zwischen St. Arnual und Alt-Saarbrücken. Archivfoto: Becker&Bredel

Als am Donnerstagabend bei der Freien evangelischen Kirchengemeinde Folsterhöhe die Anlieger-Veranstaltung zum möglichen Industriegebiet Käsbösch losging, zitierte Gastgeberin Charlotte Britz ( SPD ) die Überschrift der Bibelseite, die aufgeschlagen hinter ihr auf dem Tisch lag: „Vertrauen auf Gottes Gerechtigkeit.“ Und kommentierte den Zufallsfund so: „Das passt ganz gut zur Veranstaltung.“ Es dauerte aber fast eine Stunde, bis sich den Zuhörern erschloss, was die Oberbürgermeisterin gemeint hatte. Es war die Offenbarung des Eingeständnisses, dass die Idee eines solchen 14 Hektar großen Gewerbeareals im Naherholungsgebiet Almet wohl nicht die beste sein würde. „Ich würde von diesem Projekt gern Abstand nehmen und dies auch dem Stadtrat empfehlen“, sagte Frau Britz unter dem Beifall von etwa 150 Zuhörern, von denen viele ihren Ohren zunächst nicht trauten. Denn zuvor hatten die Erläuterungen von Michael Sponholz, dem Geschäftsführer der städtischen Gewerbeflächen-Entwicklungsgesellschaft (GIU) und von Wirtschaftsförderer Lothar Kuntz in den Ohren der Besucher so geklungen, also ob dem Projekt nichts entgegenstehe. Dutzende Personen waren schon gegangen, weil sie sich in ihrer Einschätzung bestätigt sahen, dass „die Politiker“ das Projekt auf jeden Fall durchpauken wollten, Bürgerinteressen hin oder her.

Charlotte Britz korrigierte diesen Eindruck und bestätigte, was sie bei der ersten Versammlung (SZ vom 18. Juni) versprochen hatte: dass nämlich noch nichts entschieden sei. Bei ganz genauem Hinhören hatten sich aber bereits in die Ausführungen der Redner Sponholz und Kuntz skeptische Untertöne geschlichen, etwa über hohe Kosten für den Bau eines Erschließungskreisels und über die zu erwartende Einschränkung, dass das Gebiet aus Lärmschutzgründen niemals würde rund um die Uhr unter Dampf stehen können. Die Oberbürgermeisterin begründete die Ablehnung gegenüber Käsbösch mit einem unausgewogenen Verhältnis von Kosten und Nutzen sowie mit neuerlichen Entwicklungen bei Gewerbeflächen. So gebe es durch Unternehmsverlagerungen und neue Präferenzen einzelner großer Firmen Alternativen für ansiedlungswillige Firmen. Dass der Campingplatz (der vor dem Aus gestanden hätte) von einer neuen Initiative rund um den Spicherer Bürgermeister aufgewertet werde und touristisches Potenzial erschließe, spreche ebenfalls gegen das Gewerbegebiet. Schließlich, so Charlotte Britz, sei sie bei vielen Begegnungen mit Almet-Befürwortern von deren Argumenten „sehr beeindruckt worden“. Mittlerweile haben über 10 600 Personen eine Internetpetition zur Erhaltung des Naherholungsgebietes unterschrieben. So wird nun also die Stadtverwaltung von sich aus das Projekt und die nächsten Schritte (Baugrunduntersuchung, Bodendenkmäler, Ausgleichsflächen für Landwirtschaft) nicht mehr verfolgen. Theoretisch könnte es aber sein, dass eine Stadtratsmehrheit die Entwicklung des 14 Hektar großen Gewerbegebietes weiter forciert und die Verwaltung quasi zwingt, die Pläne weiter zu betreiben. > weiterer Bericht

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