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Saarbrücker Gewerkschaft NGG zieht Mindestlohn-Bilanz

Laut Gewerkschaft gibt es im Saarbrücker Gastgewerbe seit 2014 acht Prozent mehr Jobs.

Laut Gewerkschaft gibt es im Saarbrücker Gastgewerbe seit 2014 acht Prozent mehr Jobs.

Als Zwei-Jahres-Bilanz zum Mindestlohn hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Region Saar (NGG) eine Beschäftigungsanalyse vorgelegt.

Das Pestel-Institut in Hannover hat im Auftrag der Gewerkschaft Daten der Bundesagentur für Arbeit untersucht. Im Fokus dabei steht laut Pressemitteilung auch die Job-Entwicklung im Regionalverband Saarbrücken .

Mindestlohn-Phase

Gerade Saarbrücker Hotels, Pensionen, Restaurants und Gaststätten haben in der Mindestlohn-Phase demnach mehr Personal eingestellt: Hier hatten vor einem halben Jahr rund 3500 Menschen eine sozialversicherungspflichtige Arbeit. Im Vergleich zu 2014 macht das ein Plus von gut acht Prozent.

Die NGG Saar hatte sich für den gesetzlichen Mindestlohn starkgemacht. Der Gewerkschaft ging es dabei insbesondere auch um die Situation der Frauen. „Denn viele von ihnen wurden mit Niedrigstlöhnen abgespeist. Jetzt profitieren gerade sie von einem steigenden Mindestlohn “, sagt NGG-Geschäftsführer Mark Baumeister.

So seien im Regionalverband derzeit rund 330 Frauen weniger arbeitslos gemeldet als bei der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns vor zwei Jahren.

NGG für Anhebung des Lohns 

Doch für Baumeister ist beim Mindestlohn noch „deutlich Luft nach oben“. Der NGG-Geschäftsführer spricht sich für eine rasche Anhebung des untersten Lohnsockels aus: „Wir müssen Richtung 10 Euro pro Stunde – und dann weiter. Da werden wir dranbleiben. Denn alles unter einem Stundenlohn von 11,50 Euro ist Niedriglohnbereich. Und der bedeutet später Altersarmut.“

Gleichzeitig warnt die Gewerkschaft vor Lohn-Tricksereien der Arbeitgeber. Der Mindestlohn hat sich mit dem Jahreswechsel um 34 Cent pro Stunde erhöht. „Genau zwei Jahre gibt es den gesetzlichen Mindestlohn . Und jetzt ist er zum ersten Mal geklettert – auf 8,84 Euro“, sagt Baumeister.

Die NGG Saar ruft alle Mindestlohn-Beschäftigten auf, einen „Januar-Lohn-Check“ zu machen. „Sobald die Lohnabrechnung vorliegt, sollte jeder seinen Stundenlohn bis auf den letzten Cent nachrechnen.

Die tatsächlich geleisteten Stunden und das Geld müssen dabei am Ende passen“, sagt Baumeister. Und er warnt zudem: „Es ist eine beliebte Chef-Masche, die Menschen länger arbeiten zu lassen, die Überstunden dabei aber nicht zu bezahlen. Das ist illegal.“

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