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Saarbrücker Handwerkskammer plant Neubau für 40 Millionen Euro

Die Handwerkskammer sucht im Umfeld ihres Verwaltungsgebäudes nach Flächen für einen Erweiterungsbau.

Die Handwerkskammer sucht im Umfeld ihres Verwaltungsgebäudes nach Flächen für einen Erweiterungsbau.

Zwei der drei Gebäude der Saarbrücker Handwerkskammer (HWK) sind in die Jahre gekommen. Eine Modernisierung steht an – und die HWK nutzt den Moment, um planerisch in die Vollen zu gehen. Wie Handwerkskammerpräsident Bernd Wegner gegenüber unserer Zeitung darlegt, will man wachsen. Drei „Kompetenzzentren“ sollen in einer neuen Bildungsstätte zusammengefasst werden: die Führungsakademie für Selbstständige, der Aus- und Weiterbildungsbereich „Unterstützendes Wohnen“  sowie die Metallwerkstatt.
Letztere muss derzeit ohne Tageslicht auskommen, sie liegt im Keller des HWK-Hochhauses in der Roonstraße. Das entspreche nicht mehr den Vorgaben, so Wegner. Außerdem sei der Brandschutz im Führungsakademie-Haus veraltet. Wegner: „Eine Machbarkeitsstudie hat ergeben, dass wir die drei Bereiche nicht im Bestand unterbringen können. Deshalb planen wir einen Neubau, möglichst in räumlicher Nähe zu unserem Verwaltungsgebäude in der Hohenzollernstraße.“ 40 Millionen Euro seien kalkuliert worden. Das Finanzierungsmodell sieht laut Wegner vor, dass 45 Prozent des Geldes, also 18 Millionen Euro , vom Bund zugeschossen wird, der Bildungszentren fördere. 25 Prozent müsse das Land übernehmen, 30 Prozent trage die Handwerkskammer selbst. Sobald der Standort gefunden sei, werde man einen bundesweiten Architektenwettbewerb ausschreiben, sagt Wegner.

Zuvor müssen Flächen gefunden und gekauft werden. „Wir sind in Verhandlungen mit dem Land, aber auch mit anderen Grundstücksbesitzern“, sagt Wegner. Für ihn wäre die reizvollste Lösung, wenn die HWK auf dem eigenen Parkplatz bauen könnte, der ihrem Verwaltungsgebäude in der Hohenzollernstraße direkt gegenüber liegt. Es grenzt an das Areal des früheren Kultusministeriums. Um genügend Raum zu gewinnen, müsste das Land Flächen abgeben, erläutert Wegner. Der Ministeriums-Park, der zum denkmalgeschützten Ensemble des sanierungsbedürftigen Pingusson-Gebäudes gehört, werde  durch die Pläne nicht beeinträchtigt.

Der Kammerpräsident widerspricht zudem Gerüchten, die HWK wolle in Gänze in das frühere Ministeriumsgebäude umziehen. Dessen Büro-Hochhaus komme HWK-Zwecken nicht entgegen, sagt Wegner. „Denkbar wäre aber eine gemeinschaftliche Nutzung der repräsentativen Räume zusammen mit anderen Mietern. Wir könnten dort Meisterbrief-Feiern veranstalten.“ Wegner spricht von einer Verzahnung mit der HWK und einer „idealen Fortsetzung“ der Aktivitäten an vertrautem Ort. Bedingung: Die Grundstücksverhandlungen mit dem Land über die Flächen am Kultusministerium glücken. Dem entgegenstehen könnten Flächen-Begehrlichkeiten eines Investors.
Obwohl das Land zur Weiternutzung des Denkmals noch keine Konzeption entwickelt hat, erwartet Wegner eine zügige Entscheidung. Um die Bundes-Fördermittel abrufen zu können, müsse die HWK schon 2015 eine Planung vorlegen. Das wisse auch das Land, so der HWK-Präsident. 2018 oder 2019 wolle man das neue Gebäude einweihen. Auch über die Finanzspritze des Landes – rund zehn Millionen Euro – macht sich Wegner keine Sorgen. „Die Schuldenbremse soll den Bildungshaushalt nicht betreffen. Dazu zählt zwingend auch die berufliche Bildung.“
 
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