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Saarbrücker Initiative: "Bischof soll über Missbrauch reden"

Saarbrücken/Trier. Die „Saarbrücker Initiativgruppe haupt und ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der katholischen Kirche des Bistums Trier“ hat in einem offenen Brief an Bischof Stephan Ackermann diesen gebeten, „zeitnah“ zu einer weiteren offenen Gesprächsrunde zum Thema sexueller Missbrauch an Minderjährigen im Bistum Trier einzuladen. Ackermann, der auch Missbrauchsbeauftragter der katholischen Kirche für ganz Deutschland ist, habe dies am Ende einer ersten Gesprächsrunde mit rund 200 haupt- und ehrenamtlichen Bistums-Mitarbeitern und anderen Interessierten am 11. Januar selbst angekündigt.

Unterzeichner des Schreibens der Gruppe, der nach eigenen Angaben 43 Katholiken angehören, ist der Saarbrücker Pastoralreferent Heiner Buchen. Buchen erinnerte in dem Schreiben an das damalige Gespräch, an dem die Gruppe beteiligt war. Die Unterredung, die „zeitlich eng begrenzt“ gewesen sei, habe „kaum die Chance“ geboten, „tiefergehende Fragen zu diskutieren“.

Auch sei Ackermanns eigenes Anliegen einer „Kultur der Achtsamkeit“ nicht zur Sprache gekommen. Weiter heißt es im Schreiben: „Nur in einer gemeinsamen Anstrengung, die Problematik zu begreifen, sie theologisch, strukturell und psychologisch zu beurteilen, sehen wir die Möglichkeit, zu einem Umgang zu finden, der vor allem den Opfern gerecht wird und ihnen Wege zur Heilung eröffnet.“ Darin liege „der Weg, Täter zu Schuldbekenntnis und Verantwortungsübernahme zu führen“. „Im Interesse der Transparenz“, die Ackermann selbst anstrebe, sei „die Zulassung der Presse zu dieser Runde sehr sinnvoll“.

Bei dem Meinungsaustausch am 11. Januar zur Aufklärung von Missbrauchsfällen und zum Umgang mit Opfern und betroffenen Kirchengemeinden hatte sich Ackermann gegen teils heftige Kritik zur Wehr setzen müssen. Er wies Vorwürfe zurück, die katholische Kirche sei ein Einfallstor für Sexualstraftäter. Zudem wurde er mit dem Vorwurf der Saarbrücker Gruppe um Buchen konfrontiert, die Kirche verschweige Taten und stelle sich nicht konsequent an die Seite der Opfer. Ackermann sagte, dass er Forderungen nach einer Verlängerung oder Aufhebung der Verjährungsfristen für Missbrauchsfälle im Zivilrecht unterstütze. Den Meinungsaustausch hatte Ackermann kurz vor Weihnachten in einem offenen Brief an die „Lieben Mitchristen im Bistum Trier“ in Aussicht gestellt. Mit dem Brief reagierte er auf neu bekannt gewordene Fälle sexuellen Missbrauchs durch zwei Priester im Saarland.

Ackermann räumte „gravierende Fehler“ der Verantwortlichen im Bistum im Umgang mit einem Priester aus Saarbrücken-Burbach ein. Der Priester, der seit September im Ruhestand ist, hatte zugegeben, in den 80er Jahren sexuelle Kontakte zu zwei Messdienerinnen gehabt zu haben (wir berichteten). Ackermann räumte ein, dass er den Mann bereits im Januar vorigen Jahres hätte beurlauben müssen, als die ersten Hinweise gegen den Priester aufgetaucht seien. Ackermanns Sprecher Stephan Kronenburg sagte der SZ zu dem offenen Brief der Saarbrücker Gruppe um Heiner Buchen, das Bistum nehme grundsätzlich nicht zu offenen Briefen Stellung, die an den Bischof gerichtet werden. Auf die Frage unserer Zeitung, wann es ein erneutes Treffen des Bischofs mit Gläubigen zum Thema Missbrauch gebe, sagte Kronenburg, es werde auf jeden Fall eine „Fortsetzung“ der Veranstaltung vom 11. Januar geben werde. Jedoch gebe noch keinen Termin. Sowohl die Form als auch der Ort des Gesprächs seien noch zu erörtern.

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