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Saarbrücker Knast wird jetzt ganz modern

Mit einem Richtfest – streng bewacht und hinter Gefängnismauern – wird morgen von Ministerpräsident und Justizminister Peter Müller die Schlussphase der Modernisierung des Gefängnisses in Saarbrücken eingeläutet. Dort läuft seit Ende 2006 der Neubau eines Haftgebäudes und einer Werkhalle. Beide ersetzen kleinere und deutlich ältere Gebäude, die im Zuge der Baumaßnahmen bereits abgerissen worden sind. Am Ende der 22,5 Millionen Euro teuren Großbaustelle wird es etwa 165 Haftplätze mehr geben als zu Beginn. Und die alte, im Volksmund „die Lerch“ genannte Anlage wird deutlich moderner sein. Sie bleibt aber ein reines Männergefängnis.

Das war Ganze war zu Beginn kurzzeitig anders. Damals, ab Dezember 1904, wurde auf einem schönen Hügel namens „Belle Vue“ (schöne Aussicht) der Neubau eines Gefängnisses angegangen. Im Dezember 1907 war die Anlage fertig. Sie bestand laut Chronik aus einem „Männergefängnis“ mit drei Flügeln nebst zwei großen Wirtschaftsgebäuden und einem deutlich kleineren „Weibergefängnis“ mit einem kleinen Wirtschaftshaus nebst Kohlenschuppen. Die Umgebung war zu jener Zeit nicht bebaut.

Das sollte sich im Laufe der Jahre ändern. Aber während auf der „Bellevue“ schöne neue Privathäuser entstanden, änderte sich „in der Lerch“ nicht so viel. Sie behielt lange den Charakter einer Haftanstalt aus dem 19. Jahrhundert. Es entstanden Werkhallen zur Beschäftigung, Aus- und Fortbildung der Gefangenen, neue Wirtschaftsgebäude, Heizungsanlagen und mehr. Im Jahr 1975 war schließlich ein komplett neues Gebäude für Untersuchungshäftlinge mit 180 Plätzen fertig, im Jahr 1991 das Hafthaus Nummer III mit 126 Haftplätzen.

Unter der Ägide des damaligen Justizministers Josef Hecken wurde schließlich Ende 2006 der aktuelle Umbau angegangen. Zur damaligen Zeit war die Lerch mit rund 520 offiziellen Haftplätzen ständig überbelegt, zeitweise saßen dort bis zu 600 Gefangene - alles erwachsene Männer, die weiblichen Häftlinge aus dem Saarland sitzen in Zweibrücken.

Weil es sich um eine Großbaustelle hinter Gefängnismauern handelte, wurde es kompliziert. Zuerst wurde eine neue Eingangsschleuse für den Baustellenverkehr gebaut. Dann wurden alte Gebäude abgerissen, unter anderem das frühere Weiberhaus. Schließlich wurden die neuen Gebäude angegangen.

Wenn sie fertig sind, wird die Gesamtnutzfläche des neuen, fünfgeschossigen Hafthauses 8355 Quadratmeter betragen. Die überwiegende Mehrzahl der Hafträume wird aus etwa 11 Quadtratmeter großen Einzelzellen bestehen. Die zweigeschossige Werkhalle hat 3817 Quadratmeter. Ab Jahresbeginn 2011 sollen sie genutzt werden können. 

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