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Saarbrücker Kulturetat-Inventur

Saarbrücken. Manchmal ist Saarbrückens Kulturdezernent Erik Schrader von entwaffnender Offenheit. Und sein Galgenhumor äußerst trocken. Wenn man mit Schrader den landeshauptstädtischen Kulturetat aufdröselt, ist das Ergebnis unterm Strich bekanntermaßen desillusionierend. Man darf sich von der Gesamtsumme (4,78 Millionen Euro) nicht täuschen lassen: Rechnet man 1) den darunter mit subsumierten Zoozuschuss (2,2 Millionen Euro) heraus und 2) die Personal- und Mietkosten des Kulturamtes (1,18 Millionen Euro), bleiben an Fördermitteln gerade mal 1,4 Millionen Euro übrig.

Zieht man davon die üblichen städtischen jährlichen Zuschüsse für das Ophüls-Festival (345 000 Euro), die Perspectives (200 000) und eben die Stadtgalerie (485 000) ab, bleiben an tatsächlichen Projektmitteln 470 000 Euro übrig. Wir reden hier von einer Landeshauptstadt. An dieser Stelle kommt auch Schraders Galgenhumor ins Spiel, wenn er lapidar sagt: „Das ist auch der Grund, warum es noch keine Kürzungen gab.“ Seit 2007.

Angesichts eines städtischen Gesamthaushaltsvolumens von 395 Millionen Euro beläuft sich der Kulturetat also im engeren Sinn – sprich ohne den Zoozuschuss – auf 0,7 Prozent (!) des Saarbrücker Ergebnishaushaltes 2010. Eine derart desaströse Bilanz, dass man sich die Frage stellen muss, ob das traditionelle haushälterische Konstrukt, den Zoo der Kultur zuzuschlagen, nicht der Beschönigung der tatsächlichen Zahlen (um einen halben Prozentpunkt) dient.

Wobei sich dieses kulturelle Alimentierungstrauerspiel etwas aufhellt, sobald man drei Institutionen mit berücksichtigt, die zwar nicht aus dem Kultur-Etat budgetiert, aber fraglos kulturelle Aufgaben übernehmen: die Stadtbibliothek (2,89 Millionen Euro), das Stadtarchiv (680 000 Euro) und das Amt für kommunale Filmarbeit, sprich das Filmhaus (392 000) – wobei die Zuschüsse in allen drei Fällen mehrheitlich auf Personalkosten entfallen. Rechnet man sie mit ein, wird jener Prozentsatz erreicht, mit dem die Stadt in der Vergangenheit offiziell hantiert hat, wenn sie ihren Kulturanteil beziffern wollte: Er liegt bei 1,65 Prozent. cis

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