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Saarbrücker Mahnmal an Rabbiner-Rülf-Platz sorgt weiter für Kritik

Auf dem Rabbiner-Rülf-Platz wurden die ersten Stelen - noch durch Holzkisten geschützt - aufgestellt.

Auf dem Rabbiner-Rülf-Platz wurden die ersten Stelen - noch durch Holzkisten geschützt - aufgestellt.

Die CDU-Fraktion im Saarbrücker Stadtrat teilt mit, dass sie „die Entscheidung der Synagogengemeinde, von der Anbringung der Namenstafeln an den Wänden der Freitreppe abzusehen, begrüßt“. Mit diesem Schritt trage die Synagogengemeinde dazu bei, „ein insgesamt vorbildliches Verfahren zur Errichtung eines Mahnmals einem guten Ende zuzuführen“, sagt die CDU. Die Suche nach einer anderen Möglichkeit, die Namen der Opfer der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, werde die CDU-Fraktion konstruktiv begleiten.

Allerdings moniert die CDU, „dass die jetzt geplante Umsetzung des Mahnmals am Rabbiner-Rülf-Platz nicht dem ursprünglichen Entwurf des Künstlers Ariel Auslender“ entspreche. Michael Jung, kulturpolitischer Sprecher der Fraktion: „Der Entwurf, über den im vergangenen Jahr die Jury beschieden hatte und der auch Grundlage für den entsprechenden Stadtratsbeschluss war, sah nicht vor, dass die Bronzestelen den gesamten Bereich der oberen Freitreppe einnehmen. Diese sollten lediglich auf einem kleinen Teil der Treppe entlang der, von oben gesehen, linken Mauer aufgestellt werden. Die jetzige Planung weicht demnach erheblich von dem ab, was Grundlage für die Entscheidung war.“

Schließlich sei „nie die Rede davon gewesen, die Freitreppe in das Mahnmal einzubeziehen“. Als Standort sei immer nur der Rülf-Platz vorgesehen gewesen. Dass man sich für den Entwurf entschieden habe, „lag daran, dass dieser von der künstlerischen Formensprache her der beste von allen war“. Hierfür habe man „die geringfügige Einbeziehung der Treppe in Kauf genommen“.

„Dass nun aber die Treppe im oberen Teil in ihrer gesamten Breite eingenommen werden soll, war nie und ist nicht in unserem Sinne“, so Jung. Falls diese Veränderung notwendig geworden sein sollte, hätte man die Gremien des Rates einbeziehen müssen. Jung: „Noch ist es Zeit, den Entwurf möglichst originalgetreu umzusetzen. Genau das ist es auch, wozu wir die Verwaltung auffordern.“

Stadtsprecher Robert Mertes sagt, die Treppe sei beim Künstlersymposion nie ausgeschlossen worden. Gleich mehrere Künstler hätten sie in ihre Vorschläge einbezogen. Das sei bei den Entscheidungen der Jury und des Stadtrats bekannt gewesen. Wegen des Geländers an der Treppe habe Auslender die Stelen leicht nach rechts verschieben müssen. red/sm

Am 16. Oktober, 19 Uhr, gibt es im U2-Raum in der Saarbrücker Ufergasse 2 eine Podiumsdiskussion zum Mahnmal.
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