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Saarbrücker Museums-Nacht war der Renner

Über 800 Besucher waren am Samstag (15.0102011) auf die Lange Nacht des Museums gekommen.

Über 800 Besucher waren am Samstag (15.0102011) auf die Lange Nacht des Museums gekommen.

Saarbrücken. „Ich bin völlig baff! So was hab ich hier noch nicht erlebt.“ Myriam Best-Wollbold japst nach Luft. Auf einen solchen Andrang war die Presse- und Öffentlichkeitsarbeiterin der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz nicht vorbereitet. Mit insgesamt 800 Besuchern hatte man am Samstag gerechnet; kurz nach 21 Uhr quetschte sich jedoch schon der 780. Gast ins Saarlandmuseum – überwältigend, denn da war sie grad mal eine Stunde im Gange, die „Lange Museumsnacht“ unter dem Nenner „Expressionism meets today“. Bis weit nach Mitternacht sollte sie dauern und fand statt anlässlich der Ausstellung „Landschaften und Stillleben“ von Karl Schmidt-Rottluff.

Besucher-Schlange im Foyer

Kaum waren die Türen offen, reichte die Schlange derjenigen, die in die Ausstellung wollten, bereits durch die gesamte Länge des Foyers. „Dabei bieten wir die Late Night-Führungen erst ab Mitternacht an!“, ächzt Best-Wollbold. Und im zum Workshop-Atelier umfunktionierten großen Saal, wo man unter fachlicher Anleitung beispielsweise Aquarell-Postkarten nach expressionistische Vorlagen pinseln konnte, waren die drei Tische im Handumdrehen besetzt – mehr Interessenten als freie Plätze.

Was ebenfalls verblüffte: Nicht nur junge Leute tummelten sich zu elektronischer Loungemusik von SR1-DJ Eric Dessloch, schlürften Cocktails am heftig belagerten Stand vom Coyote Café und chillten auf den Sitzgelegenheiten im Foyer. Freuten sich an den alten Schwarzweiß-Filmen, die auf den ehemaligen Eingang projiziert wurden, wo beispielsweise Emil Jannings als „Professor Unrat“ sich durch den unzüchtigen Morast des „Blauen Engels“ kämpfte. Oder versuchten, in die Ausstellung vorzudringen, wo die Saar-Künstler Dirk Rausch und Mane Hellenthal ihre Lieblingsbilder vorstellten. Nein, ein mindestens ebenso hoher Prozentsatz der Besucher hatte die 40 schon deutlich überschritten, so dass ein Meer grauer Köpfe durchs Foyer wogte.

Erstmals  Kooperation zwischen Museum und Saar-Uni

Was diesen generationenübergreifenden Ansturm ausgelöst hat? Best-Wollbold ist ratlos. Vielleicht kam es ja in der Öffentlichkeit einfach sympathisch 'rüber, dass diese „Lange Nacht“ komplett von Studenten organisiert wurde, erstmals als Kooperation zwischen Museum und Saar-Uni: Unter der Leitung von zwei Museumsmitarbeiterinnen durften acht Student/Innen des Studiengangs „Historisch orientierte Kulturwissenschaften“ (HoK) Kreativität und Organisationstalent unter Beweis stellen und aufräumen mit einem langweiligen und verstaubten musealen Image. Also schlugen die Studis atmosphärisch einen Brückenschlag von den 20er Jahren bis heute, und damit's von außen schon wirkte, ließen sie einen Lichtdesigner die Fassade neonbunt anstrahlen. Hat offenbar funktioniert – nicht nur bei jungem Publikum. kek

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