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Saarbrücker Paar ist dann mal weg nach Asien – für 18 Monate "oder so"

Anne Duchstein und Sebastian Haffner lieben es, in aller Welt unter wegs zu sein, wie hier am in Potosi (Bolivien).

Anne Duchstein und Sebastian Haffner lieben es, in aller Welt unter wegs zu sein, wie hier am in Potosi (Bolivien).

Wer von einer Reise heimkommt und sich sofort wieder auf das nächste Ziel freut, dem bescheinigt der Volksmund gern „Fernweh“ – wobei in dem Wort ein mutmaßliches Leiden mitschwingt, so als ob man den Betreffenden wegen einer Unfähigkeit, es irgendwo auszuhalten, bedauern müsste. Anne Duchstein, 26, und Sebastian Haffner , 29, aus Saarbrücken reisen auch viel und gern, haben aber eine nettere Begründung gefunden. Sie sprechen von „nomadischen Herzen“ und vom „Freiheitsgefühl“. Sie lieben es, „ergebnisoffen“ in Ländern und Kulturen zu verweilen, Routinen zu verlassen, geduldig zu beobachten, was anderen wichtig ist, um dann selbstreflexiv sich selbst die richtigen Fragen stellen zu können. Das Ganze mag zwar wie Sucht aussehen, will aber keine sein, und deshalb heißt ihre Internet-Seite www.reisefroh.de und eben nicht reisesucht.de oder dergleichen.

 

Die bevorstehende Vermählung bietet dem seit sieben Jahren verbundenen Paar einen prächtigen Anlass, dem Nomadentum und dem Genuss der Freiheit opulenter als je zuvor zu frönen und auch Familien und Freunde ein wenig daran teilhaben zu lassen.

 

Anne Duchstein und Sebastian Haffner haben Jobs und Wohnung gekündigt und ihr Auto verkauft. Sie verlassen das Saarland am 1. Juli, ihre Hochzeit in der Bretagne ist gleichzeitig das Abschiedsfest für alle Lieben. Am 10. Juli geht es mit dem Flugzeug von Marseille nach St. Petersburg. Danach schließt sich eine nur grob geplante Rucksack-Reise auf dem Landweg durch die asiatische Welt an: Mongolei, Peking, Weihnachten in Indien, Thailand, Laos, Vietnam, Iran. Die Dauer ist mangels Rückflugticket auf etwa anderthalb Jahre veranschlagt. Die Füße, Fahrräder, die Transsibirische Eisenbahn , Busse und Mietwagen sind als Transportmittel vorgesehen, übernachtet wird in möglichst einfachen Herbergen. Das Paar, das Jahre für die Reise gespart hat, möchte pro Kopf und Monat mit maximal 1000 Euro auskommen.

 

Dank einer mitgeführten Mini-Solaranlage steht Energie für Laptop und Kommunikation zur Verfügung – „digitales Nomadentum“ nennt es Anne Duchstein und stellt wöchentlich zwei größere Erlebnisberichte in Aussicht.

 

Wie erwartet, fielen die Reaktionen der Familien auf die ungewöhnliche Hochzeits-Weltreise verhalten aus. Es gebe aber „keinen aktiven Widerstand, sie wissen, dass wir für unsere Sache brennen“, beschreibt Sebastian Haffner den freien Rücken. Man darf also fort, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, auch weil alle sehen, dass man sich penibel vorbereitete: Impfungen, Reisewetter und -warnungen, Modalitäten bei Grenzübertritten, Bargeldversorgung – alles wurde mitbedacht und ist auch dank großer eigener Erfahrungen nicht als riskant einzuordnen. Sollte etwas Außergewöhnliches passieren, könnte das Unternehmen am nächsten Flughafen abgebrochen werden. Apropos Unternehmen: Die Reise hat auch einen, wie Haffner selbstdistanziert schmunzelt: „Weltverbesserungs-Aspekt“. Mit dem 2014 gegründeten, gemeinnützigen Verein Sunhelp im Rücken, wollen er und seine Frau auf der Reiseroute Mini-Solaranlagen zu Versorgung von Schulen, Kitas und Krankenhäusern installieren, ehrenamtlich „ein Quantum Licht“ bringen. Etwa 100 Anlagen zu Kosten von jeweils maximal 200 Euro sollen es werden.

 

reisefroh.de

 

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