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Saarbrücker Persson-Team bei DTM am Nürburgring

Ensheim. Der Siegerpokal vom Rennen am Norisring steht noch immer auf dem Besprechungs-Tisch im Chefbüro. Ein großer Glaspokal, 15 Kilo schwer. „Ich weiß gar nicht, wohin damit“, schmunzelt Ingmar Persson. „Letztes Jahr hab' ich mir extra ein Regal gemacht.“ Er zeigt auf ein Brett mit mehreren Silberpokalen. „Aber dafür ist das Ding einfach zu schwer, die anderen Pokale da sind ja nur aus Blech.“

Sechs Wochen ist der Sieg am Norisring jetzt her. Für den Persson-Rennstall, der seinen Sitz einen Steinwurf vom Flughafen in Ensheim entfernt hat, war es erst der zweite Triumph in der DTM überhaupt. In der vorletzten Runde hatte sich Jamie Green (27) im Mercedes am führenden Audi-Piloten Timo Scheider (30) vorbeigequetscht. Ein tolles Manöver, eine Meisterleistung. 100 000 Zuschauer waren aus dem Häuschen. Im Ziel jubelte Mercedes-Sportchef Norbert Haug: „Vielleicht das beste DTM-Rennen aller Zeiten.“

Green strahlte: „Es ist schön, dass ich es meinen Kritikern gezeigt habe.“ Dann kniff er seinen Sportchef Haug in die Seite: „Nicht so schlecht, oder?“ Für den Engländer war der Sieg Balsam auf seine Wunden: Obwohl er vergangene Saison lange um den Titel kämpfte und zweitbester Mercedes-Fahrer war, bekam er in diesem Jahr keines der vier Cockpits im Werksteam HWA. Bei Persson fährt er statt eines neuen Autos einen Gebrauchtwagen aus dem Jahr 2008. Audi-Rivale Mattias Ekström gesteht: „Jamie ist verdammt schnell. Ich will mir gar nicht ausmalen, was los wäre, wenn er noch in einem Neuwagen sitzen würde. Er hat sich gesteigert.“

Wird Green doch noch ein Evergreen? Die Rückstufung hat er jedenfalls verdaut, wobei ihm das Team geholfen hat. Der Vorteil bei Persson: „Wir sind ein kleines Team“, sagt der Chef. „Wir können individueller auf Wünsche eingehen. Und wir haben Jamie gesagt, dass er mit guten Leistungen auch wieder zu HWA zurückkehren kann.“ Green gibt zu: „Ich bin entspannter. Früher habe ich mich manchmal zu viel unter Druck gesetzt.“

Nach dem Sieg wurde es allerdings wieder ruhiger um ihn. In Zandvoort und Oschersleben fuhr er als Neunter knapp an den Punkterängen vorbei. Teamchef Persson erklärt: „Auf dem Norisring zählen Motorleistung und gute Bremsen – da können wir mithalten. Danach kamen Strecken, auf denen die Aerodynamik zählt. Und da haben wir mit dem alten Auto einen Nachteil.“

Das Auf und Ab ist aber auch symptomatisch für Greens Karriere: Der Engländer ist schnell wie kaum ein anderer. „Und er kann hervorragend mit den Reifen umgehen, dadurch können wir im Rennen gut taktieren“, lobt Persson. „Aber er hat ein kleines Problem mit den Starts. Da verliert er oft Plätze, und das ist sicher auch einer der Gründe, warum er dieses Jahr bei uns fährt.“ Persson wundert sich: „Wir haben schon auf einem Flugplatz in Zweibrücken trainiert – da hat alles geklappt.“ Im Rennen aber hakt es bisweilen. Ein Kopfproblem. Green gilt als Fahrer, der viel denkt, aber wenig redet. Ein Grübler. „So akribisch wie er sich mit der Technik auseinander setzt, hat das bei uns bislang noch kein Fahrer getan“, sagt Persson.
 
Am Nürburgring wird er es aber schwer haben. Persson fürchtet: „Nach dem Nürburgring-Rennen wird die Technik eingefroren. Deshalb werden Mercedes und Audi alles, was sie in den letzten Wochen entwickelt haben, an die neuen Autos dranbauen. Der Abstand zu den Jahreswagen dürfte daher größer werden.“ Und der Heimvorteil für sein Team? „Den gibt es nicht“, sagt Persson. „Jedes Team kennt alle Strecken bis ins Kleinste. Unser einziger Vorteil: Wir sind in anderthalb Stunden da und müssen nicht schon donnerstags losfahren.“
 
Die Heimfahrt vom Norisring war übrigens rekordverdächtig lang. „Trotz aller Sparmaßnahmen. Heute gibt's eine Party“, hatte Mercedes-Sportchef Haug verkündet. Persson lacht: „Das Team war schon am Zusammenpacken. Aber dann haben wir die Hotelzimmer um eine Nacht verlängert. Es hat ein paar Tage gedauert, bis alle wieder fit waren.“ Peter Wilhelm 
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