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Saarbrücker Rabbiner-Rülf-Platz: Mahnmal schon vergammelt?

Die Elemente des Mahnmals am Rabbiner-Rülf-Platz in Saarbrücken weisen bereits gelbe Stellen auf. Doch der Künstler beruhigt: Der Farbwechsel ist Absicht.

Die Elemente des Mahnmals am Rabbiner-Rülf-Platz in Saarbrücken weisen bereits gelbe Stellen auf. Doch der Künstler beruhigt: Der Farbwechsel ist Absicht.

Warum sind die gelb? Diese Frage drängt sich auf, beim Gang über den Rabbiner-Rülf-Platz. Denn viele der Bronze-Stelen des Mahnmals auf dem Platz sind seit der Einweihung am 12. November vergilbt und haben grünliche Flecken bekommen. Immerhin sind die abgesägten, 1,10 Meter hohen Baumstämme des Erinnerungsorts „Der unterbrochene Wald“ weitestgehend von Graffitis und Schmiererei verschont geblieben. Dennoch sorgen die Verfärbungen für einen eher unschönen Anblick, der vermuten lässt, dass hier Vierbeiner zum Wasserlassen pausieren oder Moos und Grünspan an den Stelen wuchern. Dem sei nicht so, sagt Stadt-Pressesprecher Thomas Blug. Die Verfärbungen seien ganz normal. „Die Bronzen werden in den nächsten Jahren nachpatinieren. Die weißen Stellen sind in diesem Fall keine Bemalung sondern eine helle Patina, die sich ebenso wie eine unbehandelte Oberfläche der Bronze natürlich verändern wird. Dabei sind mögliche Färbungen von hell-weiß, über gelblich-grün, bis dunkel-grün denkbar“, klärt Blug auf. Eine Veränderung sei von Ariel Auslender, dem deutsch-jüdische Künstler, der das Werk entworfen hat, von Beginn an geplant gewesen. Wie sich die Farbe der Stelen im Laufe der Zeit verändert, sei allerdings nicht kontrollierbar.

Pläne gibt es laut Stadt-Pressesprecher bezüglich einer ergänzenden Tafel zum Mahnmal und seinem Namensgeber. „Derzeit arbeiten wir an einem Weg, wie wir Informationen zu Rabbiner Rülf und zum Platz in angemessener und ansprechender Weise vor Ort transportieren können“, sagt Thomas Blug. Der Erinnerungsort „Der unterbrochene Wald“ erinnert an die von den Nazis ermordeten saarländischen Juden. Der Rabbiner Schlomo Rülf hatte im Saargebiet zur NS-Zeit Historisches geleistet. Er hatte das Römische Abkommen mit zustande gebracht. Es erlaubte den hiesigen Juden – auch solchen, die sich ins Saargebiet geflüchtet hatten – eine Sonderregelung. Nach 1935, dem Anschluss an NS-Deutschland, hatten sie noch ein Jahr, bis Februar 1936 Zeit, das Land zu verlassen und konnten Besitz mitnehmen. 1951 kam Rülf zurück nach Saarbrücken und blieb ein Jahr als Rabbiner.

Hintergrund

„Verlust und brutal gekappte Tradition“ symbolisieren die abgesägten Baumstämme laut Stadtverwaltung. 2008 beschloss der Bezirksrat Mitte, dass der Ort Rabbiner-Rülf-Platz heißt. 2010 entschied der Stadtrat, dass dieser Platz „ein Erinnerungsort“ wird.

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