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Saarbrücker Schüler müssen noch auf ihre Bücher warten

Saarbrücken. Regionalverbandsdirektor Peter Gillo (SPD) gibt bei der Schulbuchausleihe nicht nach: Schüler, deren Eltern die Gebühr nicht bezahlt oder noch keinen Antrag auf Befreiung gestellt haben, müssen weiter auf ihre Bücher warten. 1500 Schüler waren davon nach Angaben von Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer am Mittwoch im Regionalverband betroffen.

Gillo sagte gestern, die Schulkoordinatoren seien intensiv in Gesprächen mit den Eltern: „Das läuft auch sehr gut.“ So habe sich die Zahl der betroffenen Schüler bereits auf 700 verringert, teilte er auf Anfrage der SZ mit: „Ich bin davon überzeugt, dass das Problem bis Ende der Woche erledigt ist.“ Die Schulbuchkoordinatoren helfen zum Beispiel Familien mit geringem Einkommen, einen Antrag auf Befreiung von der Gebühr zu stellen. Machen denn die Lehrer keinen Druck, die Bücher endlich auszuliefern? Gillo verneint das. Im Gegenteil, die Lehrer und Schulleiter an den weiterführenden Schulen hätten Verständnis dafür, dass der Regionalverband die Bücher nicht einfach so herausgibt, meinte der SPD-Politiker. Kramp-Karrenbauer hatte gefordert, bis spätestens Freitag müssten alle Schüler ihre Bücher haben – auch wenn die Gebühr noch nicht bezahlt ist. Die Kinder dürften nicht darunter leiden.

Für Peter Gillo ist das auch eine Frage der Gerechtigkeit: Denn die große Mehrzahl der Eltern habe die Gebühr bezahlt und verstehe nicht, wenn jetzt die Bücher kostenlos herausgegeben würden. Auch die Landeselternvertretung unterstütze dieses Vorgehen. Peter Gillo: „Wir bleiben bei unserer Linie.“

Die Stadt Saarbrücken, die für die Grundschulen zuständig ist, folgt dagegen dem Wunsch der Bildungsministerin. In 190 von 4200 Fällen hätten die Eltern die Ausleihgebühr noch nicht bezahlt, teilte gestern Stadt-Pressesprecher Thomas Blug mit. „Wir geben die Bücher trotzdem jetzt raus.“ Einige Eltern hätten zum Schuljahresbeginn schlicht vergessen, die Gebühr zu bezahlen und das schnell nachgeholt, berichtete Blug. Andere hätten Schwierigkeiten mit den Anträgen auf Befreiung, die zum Beispiel Hartz-IV-Empfänger stellen können. Die Verwaltung helfe jetzt beim Ausfüllen der Formulare. Blug betonte aber, dass die Stadt die Bücher zwar herausgebe, aber von den Eltern, die keinen Anspruch auf Befreiung haben, die Gebühr natürlich verlange. An den Grundschulen kostet die Schulbuchausleihe 40 Euro, an den weiterführenden Schulen zwischen 55 und 60 Euro.
Markus Saeftel (SZ)
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