L 365, Vollsperrung für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen in der Ortsdurchfahrt Sitzerath, aufgrund eines liegengebliebenen Schwertransportes Für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen besteht keine Vollsperrung. (19.09.2017, 01:43)

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Saarbrücker Stadtarchiv öffnet Ende des Monats

Saarbrücken. Bald hat die jahrelange Behelfs-Situation ein Ende. Ende des Monats öffnet das Saarbrücker Stadtarchiv in seinem neuen Domizil, der einstigen Deutschherrnschule, seine Pforten. Noch hängen zwar provisorische Papierschilder an den neuen Räumen, doch ansonsten ist am neuen Standort fast alles fix und fertig. Davon konnte sich der Kulturausschuss des Stadtrates am Donnerstag überzeugen, der seine Sitzung in das rundum renovierte und erweiterte Gebäude in der Deutschherrnstraße 1 verlegt hatte. 

Das neue Stadtarchiv bietet dreimal so viel Platz wie das alte, sagte Stadtarchiv-Leiterin Irmgard Becker, die die Ausschussmitglieder, die im Versammlungsraum tagten, durchs Haus führte. Es entspreche in der Ausstattung und Technik jetzt dem, "was ein Archiv heute haben soll".

Zehn Benutzerplätze bietet etwa der neue Lesesaal, während der alte höchstens vier bis fünf Besucher fasste. Jeder Platz sei hier mit einer Steckdose für den Laptop-Anschluss versehen, demnächst kämen noch Internet-Anschlüsse hinzu, erklärte die Archiv-Leiterin. Auch das neue "Magazin für Karten und Pläne" stellt für Saarbrücken einen Quantensprung dar. Es wird mit fahrbaren Planschränken ausgestattet und ermöglicht endlich eine sachgerechte Lagerung der kostbaren alten Karten. "Die Karten werden in einen Rahmen montiert und in ein Schienensystem gehängt", erläutert Becker. Auf rollenden Tischen, die sich je nach Bedarf zusammenschieben lassen, präsentierte sie den Fraktionsvertretern stolz einen Stadtplan von 2,50 mal 2,10 Metern aus dem Jahre 1737. Nach einer Restaurierung könne man ihn jetzt erstmals der Öffentlichkeit zeigen.

Ein Archivmagazin dürfe maximal 18 Grad Celsius Raumtemperatur haben, sagt Becker, während sie die Besucher zu den weiteren Magazinen ins Untergeschoss geleitet. Dort sind im Flur die Buntsandsteinmauern zum Teil unverputzt belassen, nur mit dunkelgrauer Farbe überstrichen. "Die Feuchtigkeit, die die Grundmauern abgeben, wird zur Regulierung der Luftfeuchtigkeit in den Magazinen genutzt", erklärt Becker den Grund. Das Stadtarchiv habe ein innovatives Klimakonzept. Ein neuer Anbau im Untergeschoss fasst die beiden Magazine, in denen zum einen Bücher, zum anderen Zeitungen und Zeitschriften aufbewahrt werden. "Einen Raum brauchen wir allein für die Saarbrücker Zeitung", sagt Becker. Da neben dem Schulgebäude eine Starkstromleitung verläuft, konnte man den Anbau nicht "wie einen Kragen" rund um das Altgebäude errichten. Auch wenn er nun kleiner ausgefallen ist, ist noch viel Platz in diesen mit neuen Schranksystemen versehenen Magazinen, um das Archivgut der kommenden Jahre aufzunehmen.

Alle Fraktionen zeigten sich vom neuen Stadtarchiv beeindruckt. Am elegantesten formulierte Michael Jung (CDU) sein Lob: Er freue sich, dass das "Langzeitgedächtnis der Stadt endlich in einer intakten Schädelmasse eingebaut ist".

Am 30. Januar wird das Stadtarchiv mit einem Tag der offenen Tür von 10 bis 17 Uhr für alle Saarbrücker zu besichtigen sein.

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