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Saarbrücker Stadtbad: Ab Oktober wird's ernst

Das Stadtbad St. Johann ist seit
2001 geschlossen.

Das Stadtbad St. Johann ist seit 2001 geschlossen.

St. Johann. Viele Saarbrücker haben im Stadtbad St. Johann schwimmen gelernt. Sie sind von den Startblöcken und den Sprungbrettern in die Becken der kleinen und großen Schwimmhalle gesprungen, die jetzt wie Denkmäler an eine vergessene Zeit dastehen. Ein „Platsch“ ins Wasser wird hier aber nie mehr zu hören sein. Deshalb schwang auch bei so manchem Sozialdemokraten ein Stückchen Wehmut mit, als Architekt Henning Freese und Investor Franz-Josef Laux der SPD-Stadtratsfraktion vor Ort erklärten, wie sie aus dem Stadtbad eine schicke Wohnanlage machen wollen.

In der kleinen Schwimmhalle hatte Freese die Pläne aufgehängt, direkt neben dem imposanten Fisch-Mosaik des Künstlers Fritz Zolnhofer, das auch erhalten bleiben soll.

Denn es steht unter Denkmalschutz. Die Becken und alle Schwimmbad-Installationen würden entfernt, erklärte Freese. Denn im Stadtbad will Laux Wohnungen, Betreutes Wohnen, eine Pflegestation, eine Kindertagesstätte, einen kleinen Supermarkt und eine Tiefgarage bauen. Laux sagte, bis 30. September werde er der Verwaltung alle Baupläne zur Genehmigung vorlegen. So hatte es der Stadtrat verlangt, als er die Verwaltung beauftragte, das Grundstück an Laux zu verkaufen.

Auch der Kaufvertrag soll dann unterzeichnet sein. Am 1. Oktober werde die „Entrümpelung“ beginnen und am 2. Januar 2013 der Umbau starten, sagte Laux. Er bezifferte die Baukosten auf 20 bis 25 Millionen Euro. Er habe der Stadtverwaltung einen Finanzierungs- und Liquiditätsplan vorgelegt, dass er den Umbau des Stadtbades finanzieren kann. Der Geschäftsführer der Fertigbau Laux GmbH in Losheim geht von einer Bauzeit von zwei bis drei Jahren aus.

Wie Freese erläuterte, wird es vier neue Geschosse in den heutigen Schwimmhallen geben. Dort sollen Wohnungen entstehen, der kleine Supermarkt werde unter dem Innenhof untergebracht. Außerdem sei eine Tiefgarage mit 70 Stellplätzen geplant. Der Verbindungstrakt zwischen kleiner und großer Schwimmhalle werde für die Bauarbeiten entfernt und später wieder neu aufgebaut, erklärte Freese. In dem Trakt gibt’s noch viel Interessantes zu entdecken. So steht in einem kleinen Raum ein altes Wasserballtor, auf dem Boden liegen unter anderem Schwimmflossen, die noch niemand weggeräumt hat seit der Schließung 2001.

Der Park an der Ecke Richard- Wagner-Straße/Sulzbachstraße, der ans Stadtbad grenzt, soll übrigens weitgehend für die Bürger erhalten bleiben. Nur der rechte Teil ist als Spielfläche für die Kindertagesstätte reserviert. Über der Kita kann sich Laux Wohnungen für Familien vorstellen. In dieser Woche wollen sich Freese, Laux und die Stadtverwaltung darüber unterhalten, wie die Mozartstraße neu gestaltet werden soll, sagte der Architekt. Hier gehe es auch um Stellplätze für die Eltern, die ihre Kinder künftig in die Kita bringen, und die Kunden des kleinen Supermarkts. SPDFraktionschef Peter Bauer blickte nicht wehmütig zurück, sondern forderte die Verwaltung auf, sich Gedanken über die Entwicklung des gesamten Viertels zu machen. Der Umbau des Stadtbades sei nur der Anfang und die Investition sehr wichtig, um auch das Nauwieser Viertel zu entlasten.

Freese hatte für die Stadtbad- Fans, die hier schwimmen gingen, dann noch eine gute Nachricht: Die Fassade bleibe erhalten. Dann können die Saarbrücker trotz des Umbaus weiter in Erinnerungen schwelgen, als sie hier noch im Wasser planschten.

STICHWORT

Auf dem ehemaligen Gelände des Stadtbades soll nach Meinung der Stadtratsgrünen ein Zentrum für Künstlernachlässe entstehen. Schon seit längerer Zeit beschäftige sich das „Institut für aktuelle Kunst im Saarland“ mit der Lösung des Problems der Betreuung von Künstlernachlässen, heißt es in einer Mitteilung. Denn auf die Fragen, was eigentlich mit Künstlernachlässen außerhalb der Obhut eines Museums passiert und wie sich Teile dieses kulturellen Erbes für die Zukunft sichern lassen, fehle bisher die Antwort, also der passende Raum. Und auf dem Stadtbad-Areal stehe ein denkmalgeschütztes Kesselhaus, das im Entwurf des Investors noch ein weißer Fleck sei. red

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