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Saarbrücker Start-up-Firma Twail hat eine App für Aushilfs- und Nebenjobs entwickelt

„Ein wenig Chaos fördert die Kreativität“, heißt es. Beim jungen Saarbrücker Unternehmen Twail um Sebastian Hof, David Poetzsch-Heffter und Jennifer Moseler, muss man den Satz drehen, wenn er passen soll. „Mit Kreativität das Chaos ordnen.“ Denn was Geschäftsführer Hof zum Unternehmer gemacht hat, war eine Säule in der Mensa der Saar-Universität. Dort sind zahllose verschiedene Suche- und Biete-Zettel für Nebenjobs in einem heillosen Chaos über- und nebeneinander geheftet.

 

Hier Abhilfe zu schaffen war die Geburtsstunde der App „Hire Me“, die Nebenjobs vermittelt: In Echtzeit. Ein Beispiel: Fallen einem Veranstalter für den Abend zwei Servicekräfte aus, kann er ein Angebot schalten, woraufhin alle potenziellen „Suchenden“ in der Umgebung sofort eine Nachricht erhalten. „Die Durchschnitts-Bewerbungsdauer beträgt derzeit fünf Minuten“, sagt Hof. Dass ihr Produkt Potenzial hat, zeigt nicht nur ihre Partnerschaft mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Saar. Seit ihrer Gründung hagelt es Einladungen zu Gründerwettbewerben wie dem „Pitch Marathon“ in Berlin, wo sie jetzt den ersten Platz belegten. In Baden-Württemberg hat die App vor wenigen Wochen den Regionalwettbewerb des Gründer-Cups gewonnen.

 

Seit ihrem Start im August 2015 zählt die App im Saarland 3300 aktive Nutzer. 280 davon sind Unternehmen, die Nebenjobs anbieten. „Wir bieten einen flexiblen und regionalen Pool an Leuten, die einen Nebenjob suchen“, sagt Hof, der eines der begehrten Exist-Stipendien des Bundeswirtschaftsministeriums erhielt. Dies bedeutet, dass die drei ein Jahr lang monatlich je 2500 Euro Gehalt bekommen, plus ein Büro im Starterzentrum der Saar-Uni sowie ein Budget für Büro-Ausstattung (30 000 Euro) und Beratung (5000 Euro).

 

Qualität wird kontrolliert

Doch die Gründungs- und Findungsphase von Twail war nicht weniger chaotisch als die Zettelwirtschaft an der Mensa-Säule. Noch vor der Zusage für das Stipendium sprang sein Freund und Partner Felix Standke aufgrund eines Jobangebots ab. „Die Chancen auf das Stipendium waren eben sehr klein“, sagt Hof, der sich daraufhin mit Poetzsch-Heffter zusammentat. Für den Betriebswissenschaftler Marc Becker ist nun Jennifer Moseler an Bord. Danach ist Ruhe eingekehrt – und Ordnung. Im Team wie auch in der Jobbörse.

 

Hier generiert Twail bereits Umsatz, sagt Hof. Das liege daran, dass sie nur im Saarland aktiv seien und zu Beginn kostengünstigere Abos abgeschlossen hätten. Für Jobsucher ist die App grundsätzlich kostenlos. „Für Anbieter gibt es verschiedene Angebote“, sagt Jennifer Moseler. Für 30 Euro monatlich könne man beispielsweise beliebig viele Anzeigen schalten.

 

Kontrolle über die Qualität der Job-Anbieter soll ein Bewertungs-System schaffen, durch das Vertrauen zwischen gut bewerteten Kunden aufgebaut wird. Schwarze Schafe könne man, wie bei anderen Anbietern, immer melden. Doch auch das funktioniert mit einer hohen Anzahl an Nutzern besser. Deshalb sei Ziel und Wunsch zugleich, dass sich täglich Tausende auf der App-Seite „tummeln“, sagt Hof. Dazu müsse sie sich deutschlandweit etablieren. Zunächst will Twail in Ballungsräumen und Universitätsstädten Fuß fassen. Hierfür planen die drei Jungunternehmer mit freien Mitarbeitern vor Ort. „Gerne mit Studenten . Sie wissen schließlich, worum es geht“, sagt Hof. Denn diese chaotischen Säulen dürften sie an vielen Universitäten kennen.

 

hiremenow.de

 

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