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Saarbrücker Straßenstrich: Rund 580 km mehr Sperrgebiet

Die Prostitution boomt in der Landeshauptstadt. Fast 1000 Dirnen verkaufen in Saarbrücken Tag für Tag ihren Körper. Die meisten in den rund 100 Bordellen. Um die 200 Prostituierte werben auf dem Straßenstrich um Freier. Im Rathaus häufen sich derweil die Anrufe erboster Bürger. Auch wegen der Behandlung der Frauen durch Zuhälter und Sex-Kunden. Viele der Frauen wollten der Notlage in Rumänien, Bulgarien oder der Ukraine entrinnen – und sind nun in neuem Elend gefangen.

Deren Sex-Kunden, viele aus Frankreich, sind für viele Bürger zum Dauerärgernis geworden, kurven durch die Landeshauptstadt, nerven Anwohner. Die Stadt Saarbrücken und das Land wollen jetzt gemeinsam gegen boomende Prostitution vorgehen. Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) erklärte gestern im Rathaus, wie Stadt und Land das Geschäft mit dem Sex „räumlich und zeitlich massiv“ begrenzen wollen. „Es war Zeit, zu sagen: Stopp! Nicht noch mehr“, betobne die Oberbürgermeisterin. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe von Stadt und Land hatte seit Oktober 2013 ein Konzept zusammengestellt. Weitreichendstes Ergebnis ist die neue Sperrbezirksverordnung. Nächste Woche will die Landesregierung darüber entscheiden. Ihr Sprecher Thorsten Klein teilte mit, das Kabinett habe sich darauf verständigt, in der Sitzung am 25. Februar ein Maßnahmenpaket zu verabschieden mit kommunal- und landesrechtlichen Regelungen sowie bundespolitischen Initiativen.

Wichtigste Folge für die Landeshauptstadt: Saarbrückens Straßenstrich wird auf nicht mal mehr drei Kilometer in der Innenstadt und in Alt-Saarbrücken schrumpfen. Bisher ist das Sex-Gewerbe an fast allen Straßen der Landeshauptstadt möglich. Auf diesen rund 580 Kilometern ist das „Anschaffen“ künftig verboten.


 Durchsetzen soll die neue Regel die Polizei, die ebenfalls in der Stadt-Land-Arbeitsgruppe vertreten ist. „Sie wird auf jeden Fall präsent sein“, so Britz. Die Denkzettel für Prostituierte starten mit auf der Straße kassierten Verwarnungsgeldern von etwa 15 Euro, gefolgt von höheren Bußgeldern, die die Stadt verhängt. Am Ende soll bei mehrfachen Verstößen gegen die Sperrbezirksgrenzen ein Strafverfahren stehen – gegen die Dirnen, nicht die Kunden. Britz sprach von einem „Tropfen auf den heißen Stein“, einem Beitrag, wie ihn „eine Kommune eben erbringen“ könne. Sie sieht nun den Bund am Zug. Britz will ein Mindestalter für Prostituierte von 21 Jahren, eine Pflichtberatung für die Huren und eine Erlaubnispflicht für Bordelle mit strengen Auflagen. Das habe sie Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig und Bundesjustizminister Heiko Maas (beide SPD) geschrieben.


 
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