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Saarbrücker Straßenstrich - bald gefährliches Pflaster für Prostituierte?

Noch ist im Deutschmühlental Prostitution tagsüber erlaubt, künftig soll sie nur noch nachts möglich sein.

Noch ist im Deutschmühlental Prostitution tagsüber erlaubt, künftig soll sie nur noch nachts möglich sein.

Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) hat am Freitag auf Kritik an der von ihr am Mittwoch vorgestellten neuen Regelung zur Straßenprostitution reagiert und Nachbesserungen angekündigt. Der Sozialdienst katholischer Frauen hatte es als „absurd“ bezeichnet, dass ausgerechnet vor seinem Elisabeth-Zillken-Haus, in dem Frauen und Kinder Schutz finden, Straßenprostitution weiter erlaubt sein soll (die SZ berichtete).

Die Stadtverwaltung haben dem Innenministerium vorschlagen, Straßenprostitution in der Dudweiler Landstraße stadtauswärts nur noch von der Eisenbahnbrücke bis zur „Homburger Treppe“ zuzulassen. Straßenprostitution ganz zu verbieten, sei leider nicht möglich.

Das betonte am Freitag auch Peter Bauer, der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion. Das Straßenprostitution nur noch in der Hochstraße zwischen Malstatt und Burbach, in der Dr.-Vogeler-Straße im Deutschmühlental (am Hauptfriedhof) und eben in einem Teil der Dudweiler Landstraße erlaubt sein soll, sei eine „deutliche Verbesserungen der Möglichkeiten zur Eindämmung des wilden Straßenstrichs“. Dass sich wenig ändere, wie die CDU sagt, sei also falsch. Klar sei, dass man neue Gesetze gegen Prostitution brauche. Aber da seien der Bundes- und Landesgesetzgeber gefordert.

Kritik an der neuen Sperrgebietsverordnung kam am Freitag von der Aids-Hilfe Saar. „Die zu erwartenden Veränderungen bergen nicht zu unterschätzende Risiken und Gefahren für die Frauen, machen sie anfälliger gegenüber Ausbeutung und Gewalt und werden die Erreichbarkeit der Zielgruppe für sozialarbeiterische Angebote deutlich erschweren“ sagt Alexander Kuhn von der Aids-Hilfe. So verfüge ausgerechnet der längste Abschnitt, an dem Straßenprostitution in der Landeshauptstadt künftig erlaubt sein soll, nämlich der im Deutschmühlental, „über keinerlei Infrastruktur“. „Es gibt keine ausreichende Straßenbeleuchtung und teilweise keinen Fußweg und damit nicht einmal ein Minimum an Sicherheit für die Frauen“, warnt Kuhn.

Aus eben diesen Gründen habe sich in der Vergangenheit auch kein „Nachtstrich“ im Deutschmühlental etabliert. Jetzt soll dort Prostitution aber nur noch nachts erlaubt sein. „Heute schon laufen die Frauen ständig Gefahr in einem abgelegenen Waldstück von einem Freier misshandelt, vergewaltigt oder betrogen zu werden. Mit einer solchen Entscheidung nimmt man billigend in Kauf, dass die Frauen deutlich höheren Risiken ausgesetzt werden“, sagt Kuhn.

Eine Ausweitung des Sperrbezirks, und die damit notwendigerweise verbundenen Kontrollen, würden die Frauen zudem noch mehr als bisher kriminalisieren, diskriminieren und in die Illegalität abdrängen. Eine stärkere „Verlagerung in die unsichtbare Wohnungsprostitution“ könnte eine mögliche Folge sein. Dies aber würde den sozialen Einrichtungen die Arbeit mit den Prostituierten „deutlich erschweren, wenn nicht gar unmöglich machen“. Die Aids-Hilfe schlägt vor, eine „Anbahnungs- und Verrichtungszone“ nach dem „Utrechter Modell“ einzurichten. Den Prostituierten würde „mittels eines legalen Straßenstrichs auf kontrolliertem Gelände ein geschützter Rahmen für ihre Tätigkeit geboten und gewalttätige Übergriffe von Freiern auf Prostituierte könnten erfolgreich reduziert werden“, erklärt Alexander Kuhn.

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