A6 Metz/Saarbrücken Richtung Kaiserslautern AS Rohrbach Bauarbeiten, Ausfahrt gesperrt, Einfahrt gesperrt bis 16.10.2017 06:00 Uhr (18.09.2017, 06:59)

A6

Priorität: Dringend

13°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
13°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Saarbrücker Studie: Uni-Absolventinnen verdienen weniger als Männer

Kaum haben Frauen ihren Abschluss an der Saar- Universität in der Tasche und einen Job gefunden, haben sie auch schon einen Nachteil gegenüber den männlichen Absolventen der Hochschule. Sie verdienen deutlich weniger als Männer. Der Lohnunterschied beträgt 23 Prozent, wie eine Studie ergab, die Mitarbeiterinnen des Saarbrücker Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des Lehrstuhls für Wirtschaftspolitik an der Saar-Uni erstellt haben. Demnach bekommt ein Mann in der ersten Vollzeitstelle nach dem Hochschulabschluss im Schnitt 111 Euro brutto am Tag, eine Frau muss sich mit 90 Euro begnügen.

Der Einkommensunterschied hat sich der Studie zufolge – zu großem Teil – bereits mit der Wahl des Studienfachs abgezeichnet. Denn die Startgehälter für Absolventen technischer und naturwissenschaftlicher Fächer sind am höchsten. Doch nur wenige Frauen beginnen solch ein Studium. Umgekehrt verdienen Absolventen der Erziehungs-, Sprach- und Kulturwissenschaften, in denen der Frauenanteil sehr hoch ist, viel weniger. Daher sollten Frauen, „die auf guten Verdienst Wert legen, technisch-naturwissenschaftliche Studiengänge wählen“, rät Anne Otto vom IAB Saarbrücken, eine der vier Autorinnen der Studie. „Ein Ingenieur im Industriebetrieb verdient nun mal mehr als eine Pädagogin an der Schule.“

Die Fächerwahl erklärt den Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern aber nicht vollständig. Wie die Wissenschaftlerinnen herausfanden, bleibt eine Lücke von sieben Prozent, wenn man weibliche und männliche Uni- Absolventen vergleicht, die dasselbe Studienfach gewählt haben, gleich alt sind, gleich lange studiert und mit derselben Note abgeschlossen haben und genauso viel Zeit für die Arbeitsplatzsuche benötigt haben.

Diese sieben Prozent sind offenbar nicht so leicht zu erklären. Eine Reihe von Ursachen komme infrage, wie Anne Otto erläutert. Etwa dass Frauen nach dem Studium auch vor der Frage der Familienplanung stehen und stärker als auf ein möglichst hohes Gehalt darauf achten, dass ihre Arbeit mit Kindern vereinbar ist. Frauen arbeiten aber auch überdurchschnittlich häufig in Kleinbetrieben.

„Je kleiner der Betrieb, desto größer ist die Lohndifferenz zwischen den Geschlechtern“, heißt es in der Studie. Und in Kleinbetrieben würden möglicherweise Frauen – auch angesichts der vielleicht bevorstehenden Familienphase – von Anfang an weniger karriereträchtige Stellen angeboten, sagt Otto. Für die Untersuchung wurden Daten von 6135 Absolventen ausgewertet, die an der Saar-Uni im Zeitraum von 1994 bis 2010 studiert haben.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein