A623 Friedrichsthal Richtung Saarbrücken Zwischen AS Saarbrücken-Herrensohr und Einmündung Rodenhof Bauarbeiten, linker Fahrstreifen gesperrt, Stau zu erwarten bis 19.10.2017 05:00 Uhr (17.10.2017, 16:49)

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Saarbrücker Technologie für saubere Luft

Saarbrücken. „Über 1600 Liter Luft strömen täglich durch unsere Lungen“, erklärt Diplomingenieur Martin Schido vom labordiagnostischen Institut chempro-control, „allein diese Zahl zeigt, wie wichtig saubere Atemluft für uns ist“. Und genau darum starten chempro-control und die Saarbrücker Firma Klima Becker einen Feldversuch in der Saarbrücker Diskothek No. 1. Dabei soll eine neue Technik zur Reinigung der Raumluft erprobt werden, die technische Umsetzung getestet und anschließend zur Serienreife weiterentwickelt werden. „Es handelt sich um ein nanotechnisches, chemisches und photoelektrisches Verfahren, das in der russischen Akademie der Wissenschaften entwickelt wurde“, sagt Schido, „eigentlich zur Reinigung in der Raumstation „Mir“ geplant, läuft im Moskauer Flughafen derzeit ein ähnlicher Versuch“.

Vereinfacht dargestellt wird die Luft angesaugt und zunächst durch einen Filter von Grobpartikeln gereinigt. Anschließend werden alle organischen Bestandteile durch Oxidation und Reduktion in Wasser und Kohlendioxid zerlegt. „Dabei ist es egal, ob es Nikotin, Benzol, Formaldehyd, Acetat oder Bakterien und Viren sind“, so Martin Schido weiter, „Vorteil der neuen Technik ist, dass die Giftstoffe nicht in einem Filter angereichert, sondern komplett vernichtet werden“. Klima Becker ist bei diesem Projekt vor allem für die technische Umsetzung und konstruktive Seite zuständig. „Schließlich ist Lüftung unser Kerngeschäft“, betont Metin Aydin aus der Geschäftsführung der Becker-Gruppe, „neben dem Feldversuch im No. 1 haben wir auch eine Testanlage entwickelt und gebaut. Dort werden unter Normbedingungen verschiedene Stoffe in die Messkabine eingeleitet und die Wirkung im Gaschromatographen ausgewertet.“

Im Raucherbereich der Saarbrücker Diskothek werden insgesamt zwei Geräte installiert. Sie sollen in der Stunde 1250 Kubikmeter Luft umwälzen und dabei reinigen. Neben einer deutlichen Verbesserung der Luftqualität soll die neue Technik gegenüber „normalen Lüftungssystemen“ eine deutliche Energieersparnis bringen. „Der Feldversuch soll bis Ende Oktober laufen“, blickt Metin Aydin nach vorne, „Ziel ist es, Geräte in verschiedenen Größen zu entwickeln. Nicht nur für Diskotheken oder Veranstaltungshallen, auch für Schlafzimmer oder Büros“. Sollte die Studie die gewünschten Resultate erbringen, rechnet man im kommenden Jahr damit, die Produktion serienreifer Geräte aufzunehmen. Patric Cordier 
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