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Saarbrücker Tierheim: Ohne Ehrenamtliche läuft nichts

Ehrenamtliche Helfer sind im Tierheim unverzichtbar (Symbolfoto).

Ehrenamtliche Helfer sind im Tierheim unverzichtbar (Symbolfoto).

Saarbrücken. Erst kamen wochenlang Schnee, Eis und Kälte übers Land. Dann zog in bleigrauen Wolken Dauerregen heran, der die kalte Pracht schmelzen ließ. Doch ob es nun schneit oder schüttet: Dutzende Hunde kommen Tag für Tag fast gleichzeitig nass und schmutzig von ihren Spaziergängen zurück. Seit Wochen macht dieser Winter den Frauen und Männern im Saarbrücker Bertha-Bruch-Tierheim noch mehr Arbeit als der Heimalltag in den anderen Jahreszeiten.

Keine Angst vor  Schmutz noch Nässe oder Kälte

„Wir haben mit 80 Hunden, 83 Katzen und 17 Kleintieren ohnehin alle Hände voll zu tun“, sagt Heimsprecherin Simone Mai. Umso wichtiger seien bei diesem Wetter verlässliche Leute, die sich weder von Schmutz noch Nässe oder Kälte abschrecken lassen. „Dass der Laden läuft, ermöglichen täglich 15 Ehrenamtliche. Und weil ja nicht jeden Tag dieselben Leute Zeit für diese Arbeit haben, brauchen wir Woche für Woche 50 zuverlässige Ehrenamtliche. Die haben wir zum Glück.“

Hinzu kommen die sechs Angestellten des Heims, eine Aushilfe und zwei Praktikanten. Die Heim-Mannschaft hat, ob's stürmt oder schneit, jeden Tag Wäscheberge zu bewegen. „Wir haben zwei Industriewaschmaschinen, die fast ständig laufen. Schließlich haben wir Hunderte Wäschestücke sauber zu halten. Die Decken aus den Körbchen müssen öfter gewechselt werden. Die Handtücher zum Abtrocknen der Hunde türmen sich zu Bergen in der Waschküche. Schon dort haben wir sehr viel zu tun“, sagt Mai.

Wärme für die Schützlinge - Ölkosten von 15 000 Euro

Die Heimbewohner müssen nicht nur sauber sein, sondern sie dürfen auch nicht frieren. „Wir achten darauf, dass die Tiere, je nach Rasse und Felldicke, bei artgerechten Temperaturen leben. Kranke Schützlinge in der Quarantäne brauchen natürlich mehr Wärme als gesunde“, erläutert Mai. Diese Wärme geht ins Geld: Für 2010 erwartet der Heimträger, der Tierschutzverein Saarbrücken, Ölkosten von 15 000 Euro.

Zwar seien das neue Hunde- und das moderne Katzenhaus beim Energieverbrauch auf der Höhe der Zeit, sagt Mai. Aber es gebe einen Kostentreiber, auf den das Heim wegen der vielen hilfsbedürftigen Tiere nicht verzichten könne: „Das ältere unserer Hundehäuser ist gerade in diesem Winter ein regelrechter Ölfresser.“

In normalen Wintern sinkt der Katzenbestand

Der lange Frost sorgt außerdem für neue Notfälle. „Viele melden sich bei uns und wollen frei lebende Tiere herbringen, da es ja so kalt ist“, erzählt die Heimsprecherin. In normalen Wintern sinke der Katzenbestand. „Jetzt sieht es aber nicht so aus, als ob wir jemals noch einmal weniger Katzen hätten.“ Wer frei lebende Katzen in der vertrauten Umgebung lassen wolle, müsse darauf achten, dass ihr Futter nicht gefriert und dass immer frisches Wasser bereitsteht. Aber Mai weiß auch, dass dennoch nicht alle Dauerfreigänger diesem Wetterstress gewachsen sind. „Kommen Fundkatzen im Winter zu uns, dann steigt mit fast jedem dieser neuen Schützlinge der Krankenstand.“

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