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Saarbrücker Tierheim kämpft um Spenden für Umbau

  2013 sollte das Bertha-Bruch-Tierheim eine Großbaustelle sein. Mit einem neuen Hunde- und einem neuen Kleintierhaus. Doch wie vor einem Jahr, als beim Heimbetreiber, dem Tierschutzverein Saarbrücken, die Umbaupläne Konturen annahmen, pfeift der Herbstwind ums klapprige alte Hundehaus. Für Kleintiere fehlt nach wie vor ein Neubau, der den Mitarbeitern die aufwendige Pflege von um die 45 Hamstern, Kaninchen, Meerschweinchen, Chinchillas und Degus erleichtert. „Wir können nicht loslegen, weil die Spenden nur spärlich fließen“, sagt Heimleiterin Josephine Mathis, die Vorsitzende des Tierschutzvereins Saarbrücken.

Als Jahr des Stillstandes geht 2013 aber nicht in die Vereinsgeschichte ein. Vorstand und Architekt passten das Vorhaben dem an, was die Kasse hergibt. Sie zogen die ersten Bauanträge zurück und reichten im September bei der Stadt zwei neue für Kleintier- und Hundehaus ein. „Das Ganze wird kleiner“, sagte Mathis. Beide Neubauten bekommen demnach nur ein Stockwerk statt der vorgesehenen zwei Etagen – aber nicht zu Lasten der Tiere. Und was fällt in den geänderten Plänen weg? Mathis: „Im neuen Hundehaus sollte in einem Geschoss über den 26 Zwingern Platz für die Verwaltung sein. Das ist nun nicht mehr drin.“ Und mit dem Verzicht auf das Obergeschoss für das Kleintierhaus entfallen größere Lagerräume für Futter, Käfige und Geräte, die dem Personal so manchen Weg erspart hätten – und nun nicht bezahlbar sind. Gleichwohl sei das neue Kleintierhaus selbst in der nun geplanten Version dreimal größer als das alte, sagt Mathis’ Stellvertreterin Barbara Best. „Bisher haben wir für Kleintiere keine Quarantäne- und Krankenstation.“ Im jetzigen Haus sei nur Platz für 20 Kaninchen oder Meerschweinchen und ein paar Hamster. „Der Rest lebt in Bauwagen. Das neue Gebäude ist groß genug für alle Kleintiere sowie für kranke Schützlinge und Quarantäne-Bewohner.“

Während des Gesprächs geht vor dem Pausenraum der Heimbetrieb weiter. Auch der hat seinen Preis, wie Mathis und Best vorrechnen: etwa 400 000 Euro im Jahr, von denen nur ein kleiner Teil aus öffentlichen Kassen komme. „Da sind die Bauvorhaben eine Gratwanderung. Sicher, ein Teil des Geldes ist vorhanden. Aber die Finanzierung der neuen Häuser darf nicht den Betrieb gefährden. Unsere sechs Mitarbeiter und unsere Auszubildende haben ein Recht auf ihr Geld. Außerdem müssen wir Tierarztrechnungen und Futter bezahlen – von Wasser- und Müllgebühren sowie den immensen Kosten fürs Heizöl ganz zu schweigen“, sagt Mathis. Das Tierheim bekomme nirgends Rabatt. Und große Erbschaften, die in den vergangenen Jahren bereits ein Hundehaus und das Katzenhaus ermöglicht hätten, gebe es nicht. Also gehen die Tierschützer nun Schritt für Schritt vor. „Sobald die Baugenehmigung vorliegt, können wir mit dem Kleintierhaus anfangen“, sagt Mathis. Kosten: 50 000 Euro. Im Frühjahr folgt der größere Kraftakt, das nun voraussichtlich 500 000 Euro teure Hundehaus. Noch fehlen dafür rund 250 000 Euro. Mathis: „Viele meinen, wir bekämen von Stadt und Land jede Menge Geld. Das stimmt nicht.“ Die Heim-Planer rechnen mit allenfalls 20 000 Euro an öffentlichen Zuschüssen. Gefragt seien nun Spender, damit dieser Winter wirklich der letzte ist, in dem Mensch und Tier sich mit Provisorien herumschlagen müssen.

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