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Saarbrücker Tierretter kämpfen um jeden Cent

Kätzchen Minou hat Katzen-Aids und wartet im Bertha-Bruch-Tierheim in Saarbrücken auf ein neues Herrchen oder Frauchen, fotografiert am Donnerstag (30.06.2016). Foto: Becker&Bredel

Kätzchen Minou hat Katzen-Aids und wartet im Bertha-Bruch-Tierheim in Saarbrücken auf ein neues Herrchen oder Frauchen, fotografiert am Donnerstag (30.06.2016). Foto: Becker&Bredel

Abendstimmung im Bertha-Bruch-Tierheim. Die letzten Gassigänger trudeln ein. Einige bugsieren die Hunde routiniert in die vertraute Box. Andere steuern die Übergangsquartiere an. Sogar im Katzenhaus sind ein paar der 88 Heim-Hunde untergekommen. Notbehelfe, bis das neue Hundehaus vollendet ist.

 

Vom Balkon des Katzenhauses aus betrachten Markus Dick, Tabatha Walter und Eva Fell vom Vorstand des Tierschutzvereins Saarbrücken den zweckmäßigen, lang gestreckten und fast fertigen Bau. Die drei lassen nachdenklich Revue passieren, wie viel Geld dafür nötig und wie schwer es aufzutreiben war. Den drei Saarbrückern geht es nahe, wie die Tierschützer in Homburg und Niederlinxweiler um das Überleben der dortigen Heime kämpfen. Geldmangel, weil einfach zu wenig aus den Kommunen kommt, könnte für diese Heime sogar das Aus bedeuten.

 

Dass zugleich in Saarbrücken zwei Neubauten für Kleintiere und Hunde entstanden, dürfe nicht zu Missverständnissen führen, warnt Markus Dick. „Wer deswegen denkt, dass wir keine Geldsorgen haben, liegt falsch“, sagt er. 610 000 Euro hat allein der zweite moderne Bau für die Hunde gekostet, wenn er demnächst fertig ist.

 

40 Hunden, zwei Küchen, einem Lagerraum und einer Quarantäne-Station bietet er Platz. Für rund 90 000 Euro entstand schräg gegenüber das Kleintierhaus. Wagen konnte der Verein die Investitionen, weil Stadt und Land mit Zuschüssen halfen. 110 000 kamen vom Land für das Hundehaus, 100 000 von der Stadt. Der Rest entfällt auf Spenden und Erbschaften.

 

Mit 40 000 Euro beteiligte sich das Land am Kleintierhaus. Der Großteil des Geldes kam auch dafür von Spendern.

 

Das gilt erst recht für die Heimbetriebskosten von 600 000 Euro pro Jahr. Der Tierschutzverein beschäftigt zehn Mitarbeiter, darunter eine Tierärztin. Er muss wie jeder Haushalt Strom, Wasser sowie Müllgebühren bezahlen. Nicht einmal für die Pflege der Fundtiere und der sichergestellten Tiere, im Grunde eine Aufgabe der Kommunen, bekommt der Verein genug Geld. Heimsprecherin Walter hat ausgerechnet, dass öffentlichen Zuschüssen von 40 000 Euro Ausgaben von 162 000 Euro allein für die Fundtiere gegenüberstehen. Und viele, die ihren Hausgenossen selbst abliefern, tun das, weil sie nicht weiter wissen. Tabatha Walter: „Sie sind zu arm, um noch Geld für den Tierarztbesuch aufzutreiben.“ Umso glücklicher sind sie und das Team über die Spenden, die gut 90 Prozent der Heim-Einnahmen ausmachen.

 

Beim Sommerfest am 3. und 4. September sehen die Förderer, was dieses Geld ermöglicht.

 

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