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Saarbrücker Verein kämpft gegen Genitalverstümmelung

Saarbrücken. Etwa 70 überwiegend junge Männer und Frauen haben am Mittwoch den Vortrag von Gastrednerin Christa Müller, Vorsitzende des überparteilichen Vereins Intact gegen die Beschneidung von Mädchen und Frauen, beim Landesrat der Jungen Union verfolgt. "Das ist keine leichte Kost am Ende des Jahres", nahm Roland Theis, Vorsitzender der Jungen Union und Generalsekretär der CDU Saar, vorweg. Zur Einführung zeigte die Referentin, die auch familienpolitische Sprecherin der Linken ist, im Fraktionszimmer der CDU im saarländischen Landtag einen zwölfminütigen Filmbeitrag, der schonungslos und eindringlich das Thema "Zwangsbeschneidung" am Fall eines sechsjährigen Mädchens dokumentierte. Den meisten Zuschauern stand danach das Entsetzen angesichts dieser Grausamkeiten regelrecht ins Gesicht geschrieben.

In 28 Ländern Afrikas, vereinzelt auch imNahen Osten und Asien, wird die Beschneidung von Klitoris und Schamlippen praktiziert, unabhängig von religiösen Ansichten. Jährlich sterben 150.000 bis 300.000 Mädchen und Frauen an den Folgen der Verstümmelung, schätzt Müller. Oft wird der Eingriff unter katastrophalen hygienischen Bedingungen ohne Betäubung von unqualifiziertem Personal durchgeführt. Viele Mädchen verbluten, sterben kurz darauf an Blutvergiftung oder Wundstarrkrampf oder an langfristigen Folgen wie einem erhöhten Aidsrisiko, chronischen Entzündungen oder Komplikationen bei Geburten.

Für die westliche Welt sei es völlig unverständlich, wieso sich die ebenso sinnlose wie gefährliche wie menschenverachtende Tradition der Genitalverstümmelung an Mädchen gehalten hat, erklärte Müller in ihrem anschließenden Vortrag. Der Jahrtausende alte Brauch wird vor allem durch Familienehre, Schutz der Jungfräulichkeit, Steigerung des Brautpreises und ähnliche Argumente begründet. Für die betroffenen Mädchen und Frauen bedeutet es nichts als lebenslange Folter und endlose körperliche und seelische Qual.

In einer Diskussionsrunde beantwortete Christa Müller Fragen zu der Arbeit vor Ort. Der Verein Intact finanziert seit 1996 Aufklärungsmaßnahmen afrikanischer Partnerorganisationen, insbesondere in Benin, Burkina Faso, Senegal und Togo.
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