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Saarbrücker Wertstoffzentrum: Müll abladen und Geld sparen

Ein sicherer Ort für Chemikalien: Christine Pape und Jürgen Risch vor dem Ökomobil im Wertstoffzentrum.

Ein sicherer Ort für Chemikalien: Christine Pape und Jürgen Risch vor dem Ökomobil im Wertstoffzentrum.

Kostenlos nach Herzenslust Müll abladen – das dürfen die Saarbrücker im Wertstoffzentrum (WZ) des städtischen Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetriebes (ZKE) in der Straße Am Holzbrunnen. Vorausgesetzt: Es bleibt bei „haushaltsüblichen Mengen“ – und der Müll ist ungefährlich. Nur bei einigen wenigen Müllsorten verlangt der ZKE einen Obolus.

Kein Wunder also, dass im WZ fast ständig mächtig Betrieb ist. Aber das freut nicht jeden. Olaf Soecknick beispielsweise beschwerte sich bei der Saarbrücker Zeitung. Laut Soecknick stauen sich freitags und samstags die Autos der Müll-Anlieferer vom WZ bis zu den Brücken in der Straße Am Kieselhumes. Der Grund, so meint Soecknick, sei die Tatsache, dass der ZKE an der Halle im WZ immer nur ein Tor öffnet – obwohl die Halle mehrere Tore hat.

Die SZ erkundigte sich beim ZKE und erfuhr Folgendes: Im Schnitt fahren im WZ jeden Tag 450 Bürger im Auto vor, um Müll loszuwerden. Besonders groß sei der Andrang am frühen Morgen, um die Mittagszeit, an Samstagen, an Brückentagen und am Tag nach einem Feiertag. Dann – so räumt ZKE-Sprecherin Judith Pirrot ein – kann es durchaus vorkommen, dass sich im WZ vor der Einfahrt zur Halle die Autos stauen. Aber an Staus vom WZ bis auf den Kieselhumes glaubt Pirrot nicht.

Die Verkehrsprobleme in der Straße Am Holzbrunnen würden eher von der „Ampelschaltung am Eschberger Weg“ verursacht – und davon, dass viele Autofahrer den Holzbrunnen als Abkürzung zur Ostspange benutzen.

Da würde es auch nichts ändern, wenn der ZKE an der Halle im WZ mehrere Tore öffnet. Das habe der ZKE im Übrigen schon probiert, dabei aber festgestellt, dass es nicht funktioniert. Denn einige Autofahrer hielten sich nicht an die Regeln und sorgten in der Halle für Chaos und Ärger.

Das aber will der ZKE unbedingt vermeiden. Sonst könnten womöglich einige Querulanten das Image des Erfolgsmodells WZ Am Holzbrunnen nachhaltig schädigen. Und das wäre für ZKE und Bürger kontraproduktiv. Im Dezember 2010 fiel der Startschuss auf dem rund 12 000 Quadratmeter großen WZ. Allein die Halle überspannt ein Drittel der Fläche.

Darin stehen etliche Wertstoffcontainer, wo die Saarbrücker auch bei Regen trockenen Fußes Müll abladen können. Im Freien sind nur die Behälter für Wertstoffe wie Glas – außerdem der Grünschnitt-Container sowie der Stand, an dem der ZKE Kompost verkauft.

Loswerden kann man im WZ so gut wie alles, was weg soll – vom Restmüll über Altmetall, Sperrmüll, Bauschutt und Elektro-Schrott bis zu Autoreifen. Und wenn das Ökomobil im WZ Station macht, sind auch Chemikalien willkommen. Da kommt allerhand zusammen. 2013 waren es unter anderem rund 1700 Tonnen Sperrmüll, rund 1600 Tonnen Bauschutt, 270 Tonnen Elektroschrott und 370 Tonnen Altpapier.

Und das hilft den Saarbrückern in mehrerer Hinsicht: Sie werden ihren Müll los – ohne dass sie weit fahren müssen. Sie sparen also Gebühren für die Restmülltonne. Einige Wertstoffe kann der ZKE verkaufen und mit den Erlösen seine Gebühren stützen und das WZ betreiben. Eine Tonne Altpapier bringt Saarbrücken zurzeit rund 80 Euro, eine Tonne Kupfer knapp 5000 Euro.

www. zke-sb.de

AUF EINEN BLICK

Nicht alles, was die Bürger zum ZKE schleppen, muss sofort auf die Deponie oder in die Verbrennungsanlage. Aus dem Grünschnitt macht der ZKE „Saarbrücker Kompost“ – für Garten und Pflanzkübel. „Der Kompost“, so versichert der ZKE, „wird ausschließlich aus Grünschnitt und nicht aus Bioabfällen hergestellt, er wird regelmäßig untersucht und ist mit dem Gütezeichen Kompost ausgezeichnet.“ Der Kompost hat das RAL-Gütezeichen und die Körnung 0/10. Er ist in Säcken zu je 25 Litern verpackt. Ein Sack kostet zwei Euro, ein Kubikmeter 20 Euro.

Seit März gibt’s im WZ ein Secondhandkaufhaus, genannt: „Wertstatt“. Dort verkauft der ZKE für kleines Geld Dinge, die weggeworfen wurden, aber noch gut in Schuss sind. Das Angebot reicht von Möbeln über Geschirr, Schallplatten bis zu Fahrrädern und Spielzeug. Der Erlös dient zur Stabilisierung der Müllgebühren. fitz

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