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Saarbrücker betrügt um Millionen - und gibt Banken die Schuld

  Wegen hat das Landgericht einen Saarländer zu drei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Der 61-jährige Geschäftsmann aus Saarbrücken hatte 2005 mit Hilfe gefälschter Unterlagen bundesweit zehn Immobilien für mehr als zwei Millionen Euro gekauft.

Finanziert wurde die Einkaufstour zur Zeit der damaligen Immobilienblase durch Kredite bei zehn Banken. Den Kreditinstituten waren zuvor manipulierte Unterlagen über die Werthaltigkeit der Immobilien und über die Zahlungsfähigkeit des 61-Jährigen vorgelegt worden. Auf dem Papier sahen die Geschäfte damit in jener Zeit der scheinbar ständig steigenden Immobilienpreise sehr gut aus – im wirklichen Leben aber nicht. Da konnte der Angeklagte, der bundesweit noch diverse andere Immobilien besaß, mangels entsprechender Einkünfte ab einem gewissen Punkt die Kredite nicht abbezahlen. Folge: Die zehn Immobilien mussten verwertet oder gar zwangsversteigert werden. Und sie waren – insbesondere wohl auch nach dem Platzen der damaligen Immobilienblase – deutlich weniger wert, als 2005 auf dem Papier bescheinigt. Am Ende blieben die Banken auf offenen Positionen in der Größenordnung von 1,2 Millionen Euro sitzen. Der Saarländer geriet in Privatinsolvenz. Er hat angeblich Schulden in der Größenordnung von sechs Millionen Euro. Der angeklagte Immobilienkäufer sieht die Verantwortung dafür nicht bei sich selbst. Er und sein Verteidiger machen vielmehr die Banken, Kreditvermittler, Gutachter und Immobilienverkäufer für das Ganze verantwortlich.

Das Gericht sah dies am Ende des acht Monate langen Prozesses anders. In der Beweisaufnahme hätten sich die Vorwürfe der Anklage bestätigt. Danach sei dem Saarländer erhebliche kriminelle Energie vorzuwerfen. Er habe aktiv, teils mit Hilfe anderer, die Banken getäuscht und über den Tisch gezogen. Dafür müsse er nun gerade stehen und ins Gefängnis. Ob es tatsächlich so weit kommen wird, das bleibt vorerst offen. Der 61-Jährige hat Revision gegen das Urteil eingelegt. wi

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