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Saarbrücker bringen Kritik und Ideen ein



Saarbrücken.
Trude Hart hätte gern mehr Grün in der Stadt und als Radlerin mehr Schutz vor dem Autoverkehr. Als die Landeshauptstadt ihre Bürger unter dem Motto „Komm mach mit! – Ihre Ideen für Stadtmitte am Fluss“ zur Beteiligung ermunterte, hat die promovierte Botanikerin nicht lange gezögert und auch schon einen konkreten Vorschlag parat: „Ich wünsche mir ein Restaurant, von dem aus ich direkt auf die Saar schauen kann“.
Claudia Kerker interessiert sich schon von Berufs wegen für städtebauliche Planungsprozesse und Bürgerbeteiligungs-Verfahren. Als Mutter fühlt sie sich aber auch für die Räume verantwortlich, „die später für meine Kinder bereitstehen, und wie Umwelt gestaltet wird“.
Die beiden Frauen gehören zu den rund 180 Personen, die am Freitag in der Saarbrücker Congresshalle an der Auftaktveranstaltung zur Bürgerbeteiligung am Großprojekt „Stadtmitte am Fluss“ teilnahmen. 74 Prozent sind so genannte interessierte Bürger, 26 Prozent „Schlüsselpersonen“, die Vereine, Verbände und Berufsgruppen repräsentieren. Hart und Kerker stehen für die beiden stärksten Altersgruppen: 49 Prozent gehören zu den 46- bis 65-Jährigen, 31 Prozent zu den 26- bis 45-Jährigen. „Dass hier so wenige Jugendliche mitmachen, obwohl sie es sind, die den Raum später nutzen müssen“, bedauerten nicht nur Kerker, sondern auch einige Experten. Dass sich mit 209 so viele Menschen für dieses erste große Beteiligungsverfahren Saarbrückens angemeldet haben, freute Oberbürgermeisterin Charlotte Britz sehr, die als brandneue gute Nachricht ein „Memorandum of understanding“, sprich: ein Versprechen zur guten Zusammenarbeit, von Wirtschaftsminister Rippel vortragen konnte.

Zuhören hieß es zunächst an diesem Abend für die Teilnehmer, denen Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer und ihr Stab die Grundzüge des Projekts darlegten – mit Gelegenheit zu Nachfragen. Vorgestellt wurden auch die Diskussionsergebnisse der drei Expertengruppen zu den Bereichen Wirtschaft, Einzelhandel und Gastronomie, französische Nachbarregion und Soziales/Integration. Am nachfolgenden Samstag waren – unter Ausschluss der Medien – dann erste Ideen , Anregungen und Kritik der Teilnehmer gefragt. In der zweiten Bürgerwerkstatt am 20. September werden die Planungsteams erste Entwürfe vor – und zur Diskussion stellen, in der dritten Werkstatt am 15. November können die Bürger weitere Empfehlungen für den dann vorliegenden, von der Jury prämierten, endgültigen Entwurf abgeben.
Alle Werkstätten werden von einem Filmteam und einem Fotografen dokumentiert und ins Internet gestellt. „Ich erhoffe mir natürlich eine Mitwirkung, die Beschlusskompetenz hat,“ sagte Klaus Behringer vom Schriftstellerverband. Viel Lob gab es für die Organisation: „Sehr professionell und viel kurzweiliger als ich dachte, und man lernt viele interessante Leute kennen“, das Fazit von ADFC-Sprecher Thomas Fläschner. 
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