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Saarbrücker müssen im Bus weiter schwitzen.

Busse der Saarbahn

Busse der Saarbahn

Saarbrücken. Dass von Saarbrücken aus das Weltklima gerettet werden kann, nein, soweit wollten die Chefs der Saarbrücker Busbetriebe nicht gehen. Aber dadurch, dass Saarbrücker Busse mit Erdgas statt mit Diesel fahren, könne der Schadstoffausstoß deutlich verringert und so die Erwärmung der Erdatmosphäre gestoppt werden – wenigstens ein bisschen. Das verkündeten die Chefs der Busbetriebe, als die noch Saartallinien hießen – Mitte der 90er Jahre. Das Problem: Die Weltklimarettungsaktion bringt Saarbrücker Busnutzer bis heute ins Schwitzen – nicht nur ein bisschen. In diesen heißen Tagen verflucht so mancher Fahrgast heimlich oder unheimlich laut den ein oder anderen Busfahrer.

Der Vorwurf: Trotz Hitze schaltet der Mann am steuer die Heizung an – oder schafft es zumindest nicht, sie auszuschalten. Die Busfahrer sind unschuldig, beteuert Sarah Schmitt, die Pressesprecherin der Verkehrs- und Versorgungsgesellschaft Saarbrücken (VVS), zu der auch der Saarbahn- und Busbetrieb gehört. Das Problem seien die Erdgasmotoren in 69 Bussen der Firma MAN. „Diese Erdgasmotoren werden wärmer als normale Motoren“, erklärt Schmitt. Die im Sommer „extreme Abwärme“ übertrage sich auf die Messingrohre, die im Winter für die Beheizung des Busses gebraucht werden. Besonders ausgeprägt sei diese Hitzentwicklung und die Verteilung der selben im ganzen Bus bei den 25 Ergas-Gelenkbussen.



Das Unternehmen habe längst Konsequenzen gesogen, sagt Sarah Schmitt: Wenn neue Busse angeschafft werden, heiße es jetzt: „alles Diesel“. Die neuen Dieselmotoren mit modernen Filtern seien viel umweltfreundlicher als früher. Früher war vor 16 Jahren. Da ließen sich die Saartallinien wegen ihres „bundesweit richtungweisenden kommunalen Schadstoffsenkungsprogramms“ – bestehend aus erstmal 14 Erdgasbussen und der „größten Erdgas-Tankstelle bundesweit“ – als „Umwelt- Pionier“. Wegen dieser „positiven Erfahrungen“ beschloss der Vorstand 1998 zusätzlich 38 Gasgelenkbusse zu kaufen. Kosten 24 Millionen Mark, also rund zwölf Millionen Euro.

Im Mai 2006 wieder eine Erfolgsmeldung: Saarbrücken wurde beim ADAC-Bundeswettbewerb „Luftqualität verbessern – Mobilität sichern“ ausgezeichnet. Hauptgrund für den Preis: Knapp 80 Prozent der Saarbrücker Busflotte wurden zu diesem Zeitpunkt mit Erdgas betrieben. Bereits zwei Jahre vorher zog es den damaligen VVS-Chef, Professor Franz Heinrich, nach Peru. Mit Hilfe von Erdgasbussen wollte er helfen, dass die Luft der Hauptstadt Lima sauberer wird. Schon drei Jahre später stoppte Heinrich in Saarbrücken den weiteren Ausbau der Erdgasbusflotte. Dank modernster Technik machen die neuen Dieselbuße genauso wenig Dreck wie die Erdgasbusse, erklärte er. Bis alle Erdgasbusse aus dem Verkehr sind, müssen die Saarbrücker aber noch ein paar Jahre schwitzen.
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