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Saarbrücker pflanzen Obst und Gemüse direkt vor der Haustür

„Die sieht aus wie eine Matroschka mit wilden Haaren“, freut sich Julia Petry und zieht ein Radieschen aus der Erde, das aussieht wie eine der kegelförmigen russischen Holzpuppen. Wer durch den Echelmeyerpark im Nauwieser Viertel oder am Staden an der Bismarckbrücke entlanggeht, hat sie vielleicht schon gesehen: die Saarbrücker Urban- Gardening-Gruppe, wie Stadtgärtnern im Englischen genannt wird. Sie nutzen Rasenflächen, um Obst, Gemüse und Kräuter anzubauen. Im Frühjahr 2013 entstand das erste Beet an der Bismarckbrücke.

Das Grünflächenamt habe damals auf eine Anfrage nicht geantwortet, und so hätten sie einfach begonnen, sich die kleine Fläche zu Nutzen zu machen. „Mittlerweile hatten wir Kontakt zum Grünflächenamt, und es ist in Ordnung, solange wir nicht die ganze Liegefläche am Staden einnehmen“, erklärt Helena Dech, seit einem Jahr Mitglied der Gruppe. Eine zweite und größere Fläche hat das katholische Pfarramt St. Michael im Echelmeyerpark zur Verfügung gestellt. Hier kann jedermann Erbsen, Mangold, Zucchini, Zwiebeln, Gurken, Radieschen und Lauch ernten.

Das Gemüse kann sich jeder nehmen, der vorbeikommt. Das ist ein Grundsatz der Stadtgärtner. Die Saarbrücker nahmen dieses Angebot letztes Jahr gerne in Anspruch. Dabei merke man, welches Gemüse bekannt ist. Die Zucchini waren sofort abgeerntet, während der weniger bekannte Mangold meist für die Gruppe übrig blieb. Das Motto: „Jeder darf ernten, und jeder darf gärtnern“ funktioniert ohne Vandalismus und andere Probleme? „Ja“, meint Helena, „nur einmal wurde unsere Gießkanne am Staden geklaut, aber weiter ist nichts passiert.“

Der Vandalismus gehe meistens erst los, wenn man das Selbst-Ernten verbiete, hat Helena von anderen Projekten erfahren. Schön wäre es, mehr öffentliche Flächen zu bekommen, um mehr Menschen zu erreichen. Denn momentan besteht die Gruppe aus einem harten Kern von ungefähr sieben Leuten. „Hier kommen alle möglichen Leute aus unterschiedlichen Motiven zusammen: Singles, Studenten, Berufstätige, Künstler oder Leute, die zufällig vorbeilaufen.

Es geht gar nicht hauptsächlich um das Ernten, sondern um die Arbeit zusammen an der frischen Luft“, erklärt die Studentin Marie-Christin Lindecke. Für sie ist es eine Alternative zu den Einheitssorten aus dem Supermarkt, außerdem habe sie so immer frische Kräuter und wohne ganz in der Nähe. Im Winter gibt es zwar weniger zu tun, aber trotzdem regelmäßige Treffen, um den Garten zu planen, sich durch Vorträge und Workshops fortzubilden und zusammen zu kochen. Im Nauwieser Viertel gibt es ähnliche Projekte, um die Stadt grüner und essbarer zu machen. Dort haben die Anwohner Baumscheiben mit Himbeeren bepflanzt. Auch hier heißt es: Bedienen erwünscht. 

Die Urban-Gardening-Gruppe trifft donnerstags ab 17.30 Uhr im Echelmeyerpark. Mehr Info gibt es auf der Facebookseite der Gärtner unter „Saarbrücken- die essbare Stadt“.
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