A1 Saarbrücken Richtung Trier Zwischen AS Tholey-Hasborn und AS Nonnweiler-Primstal Gefahr durch defekten LKW, rechter Fahrstreifen blockiert (10:25)

A1

Priorität: Sehr dringend

2°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
2°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Saarbrücker schimpfen über dreckiges Hauptpost-Gebäude

Bereits 2009 hat die Deutsche Post ihr Gebäude am Saarbrücker Hauptbahnhof an ein privates Immobilienunternehmen verkauft.

Bereits 2009 hat die Deutsche Post ihr Gebäude am Saarbrücker Hauptbahnhof an ein privates Immobilienunternehmen verkauft.

Elke Tobien-Wolf kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Das neue Hauptpostgebäude am Saarbrücker Bahnhof, versicherte die damalige Präsidention der Oberpostdirektion beim Richtfest im Mai 1990, sei nicht nur „ein beeindruckendes Entrée für die Landeshauptstadt“, es werde auch „Postdienstleistungen besonderer Güte bieten“.

„Man schämt sich für dieses Gebäude. Es sieht darin verheerend aus“, sagt nun ein knappes Vierteljahrhundert später Jürgen Mühlke, einer derer, die fast täglich die Dienstleistungen der Post in Anspruch nehmen. Jürgen Mühlen hat ein Postfach im Gebäude. Und wie viele Kunden, die von der Tiefgarage mit dem Aufzug in die Schalterhalle fahren, ärgert er sich darüber, wie ungepflegt das Gebäude ist.

Es liegen Zigarettenkippen, Getränkedosen, Glassplitter, auch mal ganze Kartons herum. Höchstens alle zwei Wochen werde in dem Gebäude, in dem inzwischen auch ein Fitnessstudio ist, saubergemacht, sagt Jürgen Muhlke. Auch die Aufzüge sind in schlechtem Zustand.

Die Post sei dafür nicht zuständig, sagt Heinz-Jürgen Thomeczek. Er ist einer der Pressesprecher der Deutschen Post AG in Frankfurt und weist darauf hin, dass die Post das Gebäude – wie viele andere Gebäude in ganz Deutschland – bereits 2009 verkauft hat. Es gehöre einer Firma, die nicht in Saarbrücken sitzt.

Und eigentlich sei die Hauptpost ja auch gar keine Post. Wie in der Dudweilerstraße handelt es sich „nur noch im Sprachgebrauch“ um eine Post, sagt Thomeczek. In Wirklichkeit handelt es sich um „Postbank-Finanzcenter“, also um Filialen der Postbank. Die Post habe mit der Postbank, die schon lange kein Unternehmen der Post mehr ist, einen „Schaltervertrag“.

Die Postbank sei „der größte Partner der Post“, sagt Iris Laduch-Reichelt, Postbank-Sprecherin in Bonn. Wie im kleinen Stil in Metzgereien, Bäckereien, Blumenläden, Reinigungen und anderen Läden (den sogenannten Postagenturen) verkauft die Postbank im großen Stil im Auftrag der Post unter anderem Briefmarken und nimmt Päcken an.

Das werde – trotz anderslautender Gerüchte – auch so bleiben, versichert Iris Laduch-Reichelt. „Die Postbank hat mit dem Eigentümer einen neuen, langfristigen Mietvertrag über eine Laufzeit von zehn Jahren geschlossen. Eine Verlagerung oder gar eine Schließung des Finanzcenters sind nicht geplant“, teilte sie gestern auf Anfrage mit.
Die Post selbst wird sich allerdings ganz aus dem Gebäude zurückziehen. Bereits zwei Jahre nach der Eröffnung 1993 stellte sich heraus, dass der Sechsgeschosser zu groß ist. Damals baute die Post im Industriegebiet Süd eins von bundesweit 83 Briefzentren. Es war damals von einer Fehlplanung und einer Fehlinvestition der Post die Rede. Der gerade erst fertiggestellte Bau am Bahnhof wurde nämlich nur noch als Schalterhalle gebraucht. Und im Gebäude am Hauptbahnhof verblieben etwa 150 Brief- und Paketzusteller, die von dort ausschwärmen, um den Saarbrücker die Post zu bringen.

Diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter „gehen bis Ende des Jahres dort raus“, bestätigte Postsprecher Heinz-Jürgen Thomeczek gestern auf SZ-Anfrage. Von wo aus die Briefträger und Paketzusteller künftig ausschwärmen, sei noch unklar. Die Post werde die Öffentlichkeit informieren, sobald alles geklärt ist.
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein