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Saarbrücker sparte4 trotzt der Krise

Saarbrücken. 2009 ein Krisenjahr? Mag sein, für andere, aber nicht für die sparte4. Klar doch, dass auch Christoph Diem am Thema „Finanzen und Fiaskos“ nicht vorbeikommt – als (Elfriede-Jelinek-)Bühnenstück im Programm für die kommende Saison. Beim Rückblick auf die alte, die gerade zu Ende ist, kann der künstlerische Leiter der kleinsten Bühne des Staatstheaters aber zufrieden sein. „Im Moment sieht es so aus, dass wir die Auslastung noch mal um 15 Prozent gesteigert haben“, sagt Diem und meint die Besucherzahlen.

Auch bei der Zahl der Veranstaltungen habe die sparte4 2008/2009 zugelegt, an 150 Abenden Programm geboten. Mit acht Theaterproduktionen, davon zwei aufwendige Gastproduktionen, sei das sparte4-Team bis an die Grenzen seiner Kräfte gegangen. Weshalb Diem in der nächsten Saison einen Gang zurückschalten und nur vier neue Schauspielproduktionen herausbringen will. Von den vier geplanten Wiederaufnahmen geht „Die Verwandlung“ schon ins dritte Jahr, wegen anhaltender Nachfrage. Warum gerade die Kafka-Bearbeitung zum Dauerbrenner geworden ist? „Weil an der Produktion vom Titel über die Inszenierung bis zum Darsteller einfach alles stimmt“, meint Diem.

Auch „Kaspar Häuser Meer“, Felicia Zellers hysterische Farce aus dem Jugendamtsalltag, läuft wegen großen Zuspruchs weiter. Das Kultusministerium habe gar eine Vorstellung für seine Mitarbeiter gebucht, zu Fortbildungszwecken. „Die Produktion hat einen ganz bestimmten Nerv getroffen“, ist sich Diem sicher, weshalb er das Thema „Opfer: Kind“ mit Peter Høegs „Plan von der Abschaffung des Dunkels“ im Herbst erneut aufgreifen will.
 
Live-Musik in der sparte4 gab's in der vergangenen Saison an über 30 Abenden, eingerechnet die Direktmusik-Konzerte mit singenden Ensemblemitgliedern und Hauskapelle. Nachdem New Folk inzwischen in jedem Supermarkt laufe, interessieren Diem fürs musikalische Programm mit Gästen eher Bands, die im Bereich Noise Rock, Electro, „neue Psychodelica“ und gern auch in Nischen angesiedelt sind. Diems Plan, dass die sparte4 zu einer „Marke“ wird, der man vertraut, dass Theaterbesucher zu Konzerten kommen, Konzertbesucher auch zur Diskussion in den Stadtsalon, scheint aufzugehen. Diem: „Die Kundschaften werden durchlässig, da gibt es eine kollektive Neugier.“

Mal sehen, ob die auch für die neue Reihe der sparte4 reicht: „Kontext“ soll sie heißen und andere Sichtweisen auf die gezeigten Theaterstücke bieten. Nur eine Sache macht Diem Sorgen: Falls die GEMA ihre Gebühren für Konzerte drastisch erhöht, was diese bestreitet, die Musikszene jedoch befürchtet, sieht sich Diem gezwungen, die Zahl der Konzerte zu reduzieren. Silvia Buss 
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