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Saarbrücker werfen weniger Abfall in Hausmülltonne

Ab 2017 will der EVS die Müllverbrennungsanlage in Neunkirchen nicht mehr beschicken. Foto: EEW

Ab 2017 will der EVS die Müllverbrennungsanlage in Neunkirchen nicht mehr beschicken. Foto: EEW

Die Saarländer entsorgen ihren Abfall immer seltener über die Hausmüllabfuhr. Im vergangenen Jahr warf ein Einwohner durchschnittlich 145 Kilogramm in die Hausmülltonne, ein Kilo weniger als noch im Jahr 2013. Das bundesweite Durchschnitts-Hausmüll-Aufkommen liegt bei 162 Kilogramm. Die Hausmüll-Menge verringert sich seit Jahren: 2006 betrug das Volumen im Saarland noch 222 180 Tonnen, 2014 waren es nur noch 143 067 Tonnen. Das geht aus der aktuellen Abfallbilanz des Entsorgungsverbands Saar (EVS) hervor, die gestern auf der EVS-Verbandsversammlung in Dillingen vorgestellt wurde. „Dass die Bürger auf weniger Müll achten, hat sich ausgezahlt“, kommentierte EVS-Geschäftsführer Georg Jungmann ( CDU ) die Entwicklung. Eine Gebührensenkung sei deshalb aber nicht in Sicht, sagte er der SZ. Ziel sei vielmehr, die Gebühren (mit einem Volumen von 53 Millionen Euro jährlich) stabil zu halten. Denn der Verband verzeichne wegen der allgemein sinkenden Müllmenge einen Jahresfehlbetrag. Dieser könne aber ab 2017 kompensiert werden, wenn der EVS die Müllverbrennungsanlage in Neunkirchen nicht mehr nutzen werde und dadurch jährlich bis zu 19 Millionen Euro einspare. Der EVS beschickt künftig nur noch die Anlage in Velsen.

Sinkende Müllmengen verzeichnet der EVS allerdings nicht in jedem Bereich: Deutlich gestiegen ist so etwa das Sperrmüll-Aufkommen. Im vergangenen Jahr produzierte jeder Saarländer durchschnittlich 53 Kilogramm, drei Kilogramm mehr als noch im Jahr 2013. Der bundesweite Durschnitt liegt bei 29 Kilogramm Sperrmüll. Insgesamt stieg die Sperrmüll-Menge damit von 33 571 Tonnen im Jahr 2013 auf 35 585 Tonnen im vorigen Jahr. Weshalb das so ist, sei auch dem EVS ein Rätsel, hieß es.

74 Prozent des Sperrmülls werden mittlerweile in den EVS-Wertstoffzentren angeliefert. 20 dieser Zentren gibt es im Saarland. Ihre jährlichen Betriebskosten liegen bei durchschnittlich jeweils 200 000 Euro. Für den Betrieb erhalten die Kommunen einen Zuschuss von maximal 230 000 Euro. Demnach müsste die Einrichtung eines Wertstoffhofes für die Gemeinden eigentlich ein Nullsummenspiel sein. Dem ist aber offenbar nicht so: Viele Kommunen beklagen trotz der EVS-Zuschüsse weitere Mehrkosten durch die Wertstoff-Zentren in Form von sogenannten Querschnittskosten. Dies sind beispielsweise indirekte Personalkosten, die bei Verwaltungsaufgaben der kommunalen Ämter im Zusammenhang mit den Wertstoff-Zentren entstehen. Bei der gestrigen EVS-Verbandsversammlung mit den Bürgermeistern der 52 saarländischen Städte und Gemeinden stand deshalb zur Abstimmung, den EVS-Zuschuss für Kommunen mit Wertstoff-Zentren ab 2016 um noch einmal zehn Prozent (20 000 Euro) zu erhöhen. Bei einer Gegenstimme (St. Ingbert) und drei Enthaltungen wurde die Erhöhung beschlossen. Kritiker des EVS fordern, dass der Zweckverband dieses Geld (bei 20 Wertstoff-Zentren immerhin 400 000 Euro) besser für eine Gebührensenkung verwendet hätte. Beim EVS heißt es dazu, die Entscheidung für höhere Zuschüsse sei auch im Aufsichtsrat „sehr umstritten gewesen“.
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