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Saarbücker Stadtrats-FDP will Hilfe für Menschen, die in die Saar fallen, verbessern

Diese Bademeisterin weiß, wie wichtig Rettungsringe sind. Archivfoto: dpa

Diese Bademeisterin weiß, wie wichtig Rettungsringe sind. Archivfoto: dpa

Es war am Samstagmorgen um kurz vor fünf. Eine Nachtschwester des Altenheims am Schloss hörte Hilfeschreie aus Richtung Saar. Die Frau informierte die Polizei . An einer Treppe zur Alten Brücke unterhalb des Staatstheaters fanden die Beamten dann zwei Menschen, die wohl auf dem Heimweg waren, und eine, wie es später im Polizeibericht heißt, „völlig durchnässte und offensichtlich stark unterkühlte Person“ (die SZ berichtete).

Die Person war ein 48 Jahre alter Mann. Er erzählte den Beamten, dass er auf der Alt-Saarbrücker Seite auf dem Saarleinpfad zu Fuß unterwegs war. Er sei auf dem Nachhauseweg gewesen und habe beim Gehen auf sein Handy geschaut. Dass er in die Saar gefallen ist, hing aber wohl nicht nur damit zusammen, sondern lag auch daran, dass er „viel Alkohol getrunken“ hatte, wie die Polizei mitteilt.

Weil er am steileren Leinpfadufer schlechter aus dem Wasserkam, sei er auf die andere Saarseite geschwommen, erklärte der Mann. Dort haben ihn die beiden Passanten aus dem Wasser gefischt.

Diese Rettungsaktion nehmen die Freien Demokraten im Saarbrücker Stadtrat nun zum Anlass, eine Forderung zu erneuern, die ihr damaliger Fraktionsvorsitzender Friedhelm Fiedler im Oktober 2012 erhoben hat: Sie wollen Rettungsringe an der Berliner Promenade. „Wie mehrere Vorfälle in der letzten Zeit zeigen, besteht an der Berliner Promenade durch den direkten Zugang zum Wasser eine gewisse Gefahr“, sagt der jetzige Fraktionsvorsitzende Karsten Krämer. „Zum einen zeigen die Einsätze, wie sehr wir uns auf unsere Rettungskräfte verlassen können. Auf der anderen Seite wird es im Einzelfall notwendig sein, dass auch ein Bürger, der keine ausgebildete Rettungskraft ist, zur Hilfe kommen kann.“, findet er.

Der vor vier Jahren vorgebracht Vorschlag der FDP sei von der Stadtverwaltung „unter anderem aus ästhetischen Gründen“ abgelehnt worden. Rettungsringe , so wurde damals argumentiert, stören das Bild der neuen Architektur.

Dabei sei die Gefahr vor allem für Kinder am ungesicherten Ufer groß, argumentierte Fiedler damals.

Kritiker der Rettungsring-Idee wiesen 2012 allerdings außerdem darauf hin, dass mit Rettungsringen auch viel Unfug gemacht werde. In anderen Städten habe sich gezeigt, dass mit den Ringen „gespielt“ werde und man sie ständig durch neue ersetzen müsse. Die Stadtverwaltung blieb auch bei einem erneuten FDP-Vorstoß 2013 bei ihrem Nein.

Die Stadtverwaltung hat sich dazu gestern noch nicht geäußert, kündigte aber eine Stellungnahme an. Karsten Krämer sagt nun: „Es kann nicht sein, dass hier Sicherheit aus ästhetischen Gründen abgestuft wird!“

 

Meinung:

 

 

Hängt sie endlich auf

Von SZ-Redakteur Martin Rolshausen

 

Dass es Idioten gibt, die Rettungsringe nicht nur im Notfall verwenden, sondern damit Unfug machen, kann als sicher gelten. Dass die Ringe die Promenade verschandeln würden, ist dagegen Quatsch. Die Ästhetik ist nicht in Gefahr. Im Gegenteil: Ein paar Rettungsring-Farbtuper an der tristen Mauer täten dem Ufer aber eher gut.

Also: Lasst die Idioten Idioten sein und hängt die Dinger endlich auf!

 
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