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Saarderby im Ludwigspark: FCS empfängt die SVE

»Wir wollen zeigen, wem das Stadion gehört«, sagte FCS-Mittelfeldspieler Tim Kruse zum Spiel an diesem Samstag gegen die SV Elversberg. Die FCS-Fans hier sehen das sicher ähnlich.

»Wir wollen zeigen, wem das Stadion gehört«, sagte FCS-Mittelfeldspieler Tim Kruse zum Spiel an diesem Samstag gegen die SV Elversberg. Die FCS-Fans hier sehen das sicher ähnlich.

„King of the ring“ stand auf dem roten T-Shirt, das Julian Kern am Freitag zu Beginn des Trainings beim Fußball-Drittligisten 1. FC Saarbrücken tragen musste. Das heißt so viel wie „Chef im Ring“. „Ich war zuletzt beim Spiel ‚Fünf gegen Zwei’ am meisten in der Mitte“, erklärte der Nachwuchsspieler lachend. Trainer Jürgen Luginger nahm es gelassen. Nach dem Aufwärmen durfte Kern das blaue Trainingstrikot überstreifen.

Der 3:1-Pokalerfolg am Sonntag gegen Bundesligist Werder Bremen hat für eine gewisse Entspannung im Lager der Blau-Schwarzen gesorgt – und für jede Menge Vorfreude auf das Saarderby gegen die SV Elversberg an diesem Samstag um 14 Uhr im Ludwigsparkstadion. Statt der üblichen Hand voll Trainingskibitze waren bis zu 40 Anhänger bei den Einheiten. „Elversberg liegt in der Liga einen Punkt vor uns“, sagte FCS-Fan Peter Wagner, „am Samstag haben wir Gelegenheit, das richtig zu stellen. Die Mannschaft muss zeigen, wer die Nummer eins im Land ist.“

Echte Derbystimmung ist trotzdem anders, auch wenn erstmals bei einem Spiel im Saarbrücker Ludwigsparkstadion der Gastverein seinen eigenen Vip-Raum haben wird. Die SVE öffnet für Partner und Sponsoren die ehemalige „Praktiker-Lounge“, der FCS empfängt seine Gäste in „Victor’s Welt“ hinter dem Marathontor. „Es fühlt sich schon anders an, als wenn es gegen Homburg geht“, gesteht der gebürtige Saarbrücker Tim Stegerer. Auch Mannschaftskollege Tim Kruse findet: „Richtigen Derby-Charakter hat das nicht. Wir wollen zeigen, wem dieses Stadion gehört und dass die SVE hier nur Gast ist.“

Luginger muss auf die Langzeitverletzten Andreas Glockner, Markus Hayer und Maurice Deville verzichten. Christian Eggert (Kapselreizung am Sprunggelenk) und Abwehrchef Nils Fischer (Zerrung an der Schulter) können spielen. So wird es in der Startelf voraussichtlich keine Veränderungen im Vergleich zum Bremen- Spiel geben. „Das wird man am Samstag sehen“, gab sich Luginger wortkarg. Die dem FCS von Elversbergs Trainer Jens Kiefer zugedachte Favoritenrolle wollte er nicht unkommentiert entgegennehmen. „Wenn ich mir deren Kader mit Spielern wie Daniel Jungwirth, Angelo Vaccaro, Felix Luz oder Dominik Rohracker ansehe, dann ist das keine schlechte Mannschaft“, sagte Luginger, der Luz aus gemeinsamer Zeit bei RW Oberhausen kennt: „Er braucht die Fitness für sein Spiel, dann ist er körperlich stark und kann den Ball gut abschirmen.“

Echtes Derby oder nicht? Egal – beide wollen den ersten Saisonsieg. Und damit gibt es die Antwort auf die Frage, wer denn im Saarland „Chef im Ring“ ist.


AM RANDE 

Das Anti-Rassismus-Projekt „Farbenblind" präsentiert an diesem Samstag seine neuen Songs zur Musik von Frank Nimsgern beim Saarderby im Saarbrücker Ludwigsparkstadion. Stadionsprecher Christoph Tautz wird ab 13.30 Uhr Lieder und Ensemble vorstellen. „Farbenblind“ macht Musik gegen Rassismus und Diskriminierung. Selbst Fußball- Weltverbands-Präsident Joseph Blatter zeigte sich zuletzt vom „Farbenblind“-Lied „Boateng“ begeistert. cor

Was ist das letzte, welches das emotionalste Derby, an das Sie sich erinnern?
Marc Lerandy: Das letzte war, glaube ich, im Saarlandpokal gegen den FC Homburg. Das emotionalste war das 0:6 gegen die SV Elversberg. Ich war damals neu im Verein. Wir hatten eine gute Vorbereitung und uns viel vorgenommen. Und dann so eine Klatsche. Es gab in meiner Karriere kein schlimmeres Derby. Aber am Ende der Saison sind wir ja aufgestiegen.
Timo Wenzel: Das war 2010 auf Zypern. Ich spielte mit Omonia Nikosia gegen Apoel Nikosia. Das Stadion war mit 20 000 Fans ausverkauft und es fühlte sich an wie 80 000 Zuschauer. Das war eine unglaubliche Atmosphäre. So etwas habe ich bis dahin noch nicht erlebt. In Deutschland war auch das Zweitliga-Derby mit dem FC Augsburg bei 1860 München was Besonderes. Da waren 60 000 Leute in der Allianz-Arena. Ich habe schon jede Menge coole Derbys erlebt, das sind tolle Spiele.

Wie schätzen Sie den Gegner von Samstag ein?
Lerandy: Ich habe bislang nur Ausschnitte im Fernsehen gesehen, letzte Saison war ich ein paar Mal an der Kaiserlinde. Die SVE hat ein eingespieltes Team und mit Dominik Rohracker noch eine echte Verstärkung bekommen. Die SVE musste lange auf ein Pflichtspiel gegen uns warten. Ihr Saisonziel Nummer eins ist ein Sieg gegen uns, dann kommt der Klassenverbleib. Unsere Ansprüche sind da schon höher, darum müssen wir möglichst zwei Mal gewinnen.
Wenzel: Ich glaube, der FCS hat mit dem 3:1 gegen Werder Bremen allen gezeigt, was er drauf hat. Wir brauchen nicht drum herum zu reden: Der FCS ist die Nummer eins im Saarland, mit all seinen Fans und seiner langen Tradition. Ich erwarte vom FCS einen ähnlich starken Auftritt gegen uns wie gegen Bremen. Wir sind der Außenseiter, aber wir werden kämpfen.

Wie geht das Saarderby aus?
Lerandy: Ich tippe 2:0 für uns.
Wenzel: Ich bin immer Optimist. Wir gewinnen 2:1.

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