A620 Saarbrücken - Saarlouis AS Saarbrücken-Wilhelm-Heinrich-Brücke in beiden Richtungen Anschlussstelle gesperrt, Motorsportveranstaltung bis 18.08.2017 06:00 Uhr (04:34)

A620

Priorität: Dringend

24°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
24°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Saarforst räumt auf: Gefährliche Gewächse und Äste werden entfernt

Symbolfoto.

Symbolfoto.

Profis sind an diesem nass-kalten Vormittag im Forst zugegen. Und sie arbeiten zügig. Vier Männer des Zweibrücker Unternehmens ,,Baum und Garten Witmaier“ knöpfen sich ein stolzes Gewächs nach dem anderen vor. Sie kennen die Gefahren, die Tag für Tag ihr Tun begleiten, sie wissen um die Tücken des unter Spannung stehenden Holzes. Und sie tun ihr Bestes, um Menschen zu schützen: Bürger, deren Gärten an den Wald angrenzen und die allmählich Angst haben müssen, dass gewaltige Äste und wuchtige Stämme auf ihr Grundstück krachen und sie treffen.

 

Dicke Äste im Garten

 

Nils Lesch hat Wort gehalten. Der Revierförster des Saarforst Landesbetriebes, mit dem wir an der Pfaffenkopfstraße in Dudweiler-Süd verabredet sind, führt uns in den Wald. Dieser kleinen Exkursion liegt der Bericht über den Hilferuf eines Anwohners vor wenigen Wochen zugrunde. Damals wandte sich Wolfgang Düpre an die Presse, weil er schon mehrfach dicke Äste im Garten aufgesammelt hatte (SZ vom 19. November). Lesch versprach Abhilfe für alle Anwohner entlang der Straße auf einer Länge von etwa 1,5 Kilometern – und die bahnt sich nun unaufhaltsam ihren Weg.

Beim Marsch hinter den Gärten entlang sieht man etliche markierte Bäume . 60 müssen weichen, vielleicht auch ein paar mehr – das stellt sich im Einzelfall noch heraus. Andere wiederum werden entastet, also vom Totholz befreit, und dann ist wohl alles wieder in Ordnung. Ein Anwohner im Rentenalter, der durchs Gartentor kommt und interessiert zuschaut, bekommt von den Witmaier-Leuten zwei seiner Vogelhäuschen in die Hand gedrückt. Die muss er nun woanders aufhängen, denn der Baum, an dem sie befestigt waren, wird jetzt mit fachmännischem Geschick umgenietet. Rein äußerlich sieht die 25 Meter hohe Linde makellos aus, doch der Experte sieht, dass hier nichts mehr zu retten ist. Für den Forst-Ingenieur Lesch gibt es klare Anzeichen für das unaufhaltsame Sterben eines Baumes. Und diverse Möglichkeiten der Kontrolle, wenn beispielsweise zu vermuten ist, dass das gesamte Wurzelwerk hinüber ist – durch Pilzbefall oder Fäulnis.

Eine Rückegasse wurde hier, in Dudweiler-Süd, angelegt. Auf ihr bewegt sich ein forstwirtschaftlicher Schlepper. Um den Stamm des zu fällenden Baumes wiederum kommt ein starkes Drahtseil. Per Seilwinde am Schlepper wird der Stamm in die gewünschte Richtung gezogen. Doch das Holz ist manchmal unberechenbar, deshalb heißt es für alle Beobachter ringsumher: genügend Abstand zum Geschehen halten. Dann dieses typische Ächzen und geräuschvolle Splittern des Holzes – und der Baum schlägt mit Karacho zu Boden.

Wenn alles glatt geht, also keine unvorhergesehenen Ereignisse eintreten, dann werden bis Weihnachten die nicht mehr standfesten Bäume gefällt, die übrigen von toten Ästen befreit sein.

Gefahr erkannt – Gefahr gebannt – so soll es sein.

 

Förster Nils Lesch hat wegen der gefällten Bäume in Dudweiler schon einige Anrufe von an Holz interessierten Bürgern erhalten. Ab der zweiten Kalenderwoche 2017 nimmt er diesbezüglich Bestellungen entgegen. Kontakt: Telefon (0160) 202 14 28.

 

Zum Thema:

 

Hintergrund Beim Termin mit Förster Nils Lesch fällt hinter den Zäunen mancher Grundstücke die Anhäufung von Kompost ins Auge. Dem Forstingenieur und seinen Kollegen in anderen Revieren gefällt das gar nicht. ,,Das ist zumindest eine Ordnungswidrigkeit“, sagt er. Das Problem bei den nicht erlaubten Grünschnitt-Ablagerungen: die Pflanzen, die die heimischen Arten im Wald verdrängen, beispielsweise der Kirschlorbeer und das Indische Springkraut. Der Kompost zieht aber auch unerwünschte Gäste an. Lesch: ,,Wildschweine – die sind überglücklich“. Sie finden hier Eiweiß in Form von Engerlingen. mh

 
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein