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Saargemünder Bürger wettern gegen Gaskraftwerk

Saargemünd. Die Sommerpause und das schlechte Wetter haben den Kraftwerksgegnern in Saargemünd nichts anhaben können, etwas über 1000 Demonstranten fanden sich am Samstag am Bahnhof zur dritten Kundgebung gegen das geplante Gaskraftwerk in Hambach ein: „Wir sind immer noch da und wir lassen nicht locker“ gab sich Michel Kuffler, Ortsvorsteher von Herbitzheim und Initiator der Protestbewegung, kämpferisch. Mehrere Bürgerinformationsveranstaltungen der Kraftwerkgegner haben die Protestflamme über die Sommerpause erhalten. Mit der „Rentrée“ droht Céleste Lett, Bürgermeister von Saargemünd, ein Flächenbrand: „Acht von elf befragten Gemeinderäte haben sich mittlerweile gegen das Gaskraftwerk ausgesprochen“ sagt Jean-Luc Schmitt vom Verein ADPSE, ein Bürgerkollektiv, das die Bemühungen der Kraftwerksgegner bündelt. Im Demonstrationszug sind Bewohner sämtlicher Orte des Gemeindeverbands Saargemünds zu finden.

Alle fürchten um die Folgen für die Umwelt: „1100000 Liter Wasser sollen stündlich von der Saar für die Kühlsysteme des Kraftwerks abgepumpt werden, nur 300000 Liter fließen zurück, erwärmt auf 30 Grad“, rechnet Jean-Luc Schmitt vor und befürchtet weitreichende Folgen für das Bliesgau-Biospährenreservat und Hanweiler. Kontakte ins benachbarte Saarland werden gesucht, der Ministerpräsident, das Umwelt- sowie das Gesundheitsministerium wurden angeschrieben, eine Antwort steht noch aus: „Vielleicht liegt es an den Wahlen“ meint Schmitt. Als der Demonstrationszug an einem Café vorbeizieht, erhebt sich eine Tischreihe und schließt sich an. Unter ihnen Joe: „Das ist doch Wahnsinn was die planen. Wenn schon in Energie investieren, dann in regenerative Ressourcen wie Wind oder Solartechnik“. Doch am Rande der Demonstration gibt es auch Gegenstimmen: 40 bis 50 Arbeitsplätze sollen nach Angaben der Betreiber im neuen Gaskraftwerk entstehen.

So sagt François Fasel: „Wenn wir hier auf dem Land keine Arbeit mehr haben, werden wir in den Städten arbeiten gehen müssen. Dort sind die Umweltprobleme größer als hier.“ Das Rathaus Saargemünd tut sich schwer mit dem Protest, die Ausmaße und die Nachhaltigkeit scheinen den Gemeindeverbandspräsidenten Roland Roth und Bürgermeister Céleste Lett überrascht zu haben: „Je mehr wir informieren desto mehr wenden sich die Leute gegen uns“, sagte Roth der lothringischen Tageszeitung „Républicain Lorrain“. Die endgültige Entscheidung über den Bau des Gaskraftwerks wird vomPräfekten Bernard Niquet in Metz getroffen und für Mitte Oktober erwartet. „Bis dahin werden wir den Druck hochhalten“ verspricht Kuffler. 
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