A620 Saarlouis - Saarbrücken Zwischen AS Saarbrücken-Luisenbrücke und AS Saarbrücken-Bismarckbrücke in beiden Richtungen mit Hochwasser ist zu rechnen Eine Einrichtung der Hochwasserumfahrung auf der A 620 für den späten Nachmittag/ Abend kann zur Zeit nicht ausgeschlossen werden. Die Verkehrsteilnehmer werden gebeten, ihre Fahrzeuge vorsorglich nicht im Umfahrungsbereich/ Gefährdungsbereich abzustellen und die mögliche Sperrung in die Fahrzeit einzuberechnen. (11.12.2017, 16:21)

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Saargemünder protestieren gegen Kraftwerk

 Saargemünd. Vor ein paar Wochen waren es noch 800, die durch die Straßen zogen. Mittlerweile wächst der Unmut, am Freitag demonstrierten 1200 Menschen. „Euer Gas stinkt nach Kohle“ oder „Die Gesundheit unserer Kinder ist nicht zu verkaufen“ steht auf den Transparenten. Cathy Dauer, 43 Jahre, betreibt eine Praxis für Heilgymnastik in Willerwald: „Meine Patienten haben mir von den Plänen erzählt. Ich wusste davon nichts und ich bin wegen der möglichen Gesundheitsgefährdung beunruhigt.“ An der Spitze des Demonstrationszuges steht Michel Kuffler, der Ortsvorsteher von Herbitzheim (rund 2000 Einwohner): „Die Leute fühlen sich hintergangen. Das Kraftwerk wurde auf einer Vollversammlung des Saargemünder Gemeindeverbands CASC am 19. März einstimmig beschlossen, aber die Bevölkerung wurde erst im Juni informiert. Das Ganze sollte wohl in aller Stille während der Sommerferien an den Bewohnern vorbei durchgezogen werden.“

Am Vorabend der Demonstration in Saargemünd nahmen rund 700 Bürger an einer öffentlichen Informationsveranstaltung in Hambach teil. „Die Ansprechpartner von Direct Energie, die hinter der Betreiberfirma Hambregie stehen, waren nicht auf unsere Fragen vorbereitet. Die Antworten waren widersprüchlich und konnten die Menschen in Bezug auf die möglichen Umweltgefährdungen und gesundheitlichen Risiken nicht beruhigen – im Gegenteil“, ärgert sich Kuffler. Der Ärger geht quer durch die Bevölkerungsschichten. Sogar Angestellte der Stadtverwaltung rufen über ihre private Mailadressen zur Teilnahme an den Protestbewegungen auf. Viele, die sich sonst kaum oder gar nicht für Politik interessieren, engagieren sich auf einmal mit Leib und Seele.

Michel Uhrig, 47 Jahre, hat kürzlich mit seiner Frau und den drei Kindern in Hambach ein Haus bezogen: „Ich habe mich verschuldet, um meinen Kindern eine Zukunft zu bieten.“ Erst wusste er gar nichts von dem geplanten Gaskraftwerk „dann wollte ich mich eigentlich nur schlau machen, und bemerkte das wir Einwohner eigentlich gar nicht ernst genommen wurden. Unsere Bedenken werden einfach vom Tisch gewischt.“ Jetzt steht Michel im Demonstrationszug und macht Fotos für die Internetseiten und Blogs der Gaskraftwerkgegner. Der eigens gegründete Verein gegen die Umweltverschmutzung von Saargemünd und Umgebung will das geplante Gaskraftwerk noch mit aller Macht verhindern. Vom 14. bis zum 17. Juli finden Informationsveranstaltungen in Wittring, Zetting, Woelfling und Neufgrange statt: „Vielleicht bekommen wir auch noch Unterstützung von den angrenzenden saarländischen Gemeinden, die sind schließlich ebenfalls betroffen: Zum einen bekommen sie die Umweltverschmutzung über die Saar auch ab, zum anderen wird das Kraftwerk ja gebaut, um dort Strom zu verkaufen und Geschäfte zu machen“ meint Nadine Mouzard, Mitglied der Opposition im Saargemünder Stadtrat. „Unsere Bedenken werden einfach vom Tisch gewischt.“ Chris Mathieu  
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