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Saargummi: Noch kein Sanierungstarifvertrag

Von SZ-Redakteur Volker Meyer zu Tittingdorf

Wadern. „Das ist ein Pokerspiel“, umschrieb gestern Abend Dietmar Geuskens, Bezirksleiter der Gewerkschaft IG BCE, das Ringen um eine Zukunft für den insolventen Auto- und Industriezulieferer Saargummi. Die Dramatik nimmt dabei immer mehr zu. Auf der einen Seite drängt die Insolvenzverwaltung auf einen schnellen Abschluss mit dem chinesischen Staatskonzern CQLT, auf der anderen Seite setzen die Arbeitnehmervertreter des Büschfelder Unternehmens darauf, mit ausdauerndem Verhandeln noch bessere Bedingungen für einen Sanierungstarifvertrag zu erreichen.



„Gut Ding will Weile haben“, wiegelt Geuskens alle Warnungen vor einem drohenden Aus für Saargummi ab.
Ein Abschluss eines Sanierungstarifvertrags mit CQLT kam gestern – so der Stand bis Redaktionsschluss – nicht zustande. Obwohl es Fortschritte in den Gesprächen gab, wie aus Verhandlungskreisen zu erfahren war.

Eine entscheidende Forderung der Belegschaft ist demnach erfüllt. CQLT sei bereit, über eine Standortgarantie hinaus auch eine fünfjährige Jobgarantie für den allergrößten Teil der Belegschaft zu geben. Der Abbau der Stammbelegschaft belaufe sich auf unter zehn Prozent, hieß es Derzeit hat Saargummi in Büschfeld gut 900 Festangestellte
Die Autobauer, die großen Kunden von Saargummi, seien nicht mehr bereit, weitere Verluste des Unternehmens auszugleichen.

Das hätten die Konzerne gestern angekündigt, sagte Insolvenzverwalter Udo Gröner von der Saarbrücker Kanzlei Heimes und Müller. Damit droht, dass in Kürze das Geld für den Weiterbetrieb fehlt. „Man erwartet einen zeitnahen Abschluss“ mit den Chinesen.

Das sei die Position der großen Automobilhersteller, sagt Detlef Specovius von der Kanzlei Schultze & Braun, die an der Insolvenzverwaltung beteiligt ist. „Wenn es zu Lieferproblemen kommt, wird Saargummi auf der Liste der unzuverlässigen Zulieferer geführt.“ Falls das tatsächlich geschieht, drohen dramatische Folgen für Saargummi: Die für den Fortbestand so wichtigen weiteren Aufträge dürften dann ausbleiben.


Geuskens hält diese Darstellung für übertrieben. „Saargummi ist ein strategisch wichtiger Hersteller“ für BMW, Daimler und Co. „Die können sich das gar nicht erlauben, uns hängen zu lassen.“ Er bekräftigte, dass die Arbeitnehmervertreter weiterhin mit allen drei Interessenten verhandeln, mit der indischen Ruia Group und dem polnischen Mischkonzern Boryszew genauso wie mit CQLT, auch wenn der chiesische Konzern bereits einen Teil des Kaufpreises überwiesen habe und einziger Verhandlungspartner der Insolvenzverwaltung sei.

„Die Chinesen sollen sich nicht zu sicher sein, dass sie Saargummi schon haben“, sagte Geuskens. Für eine mögliche Einigung mit ihnen sei auch wichtig, das Misstrauen in der Belegschaft gegenüber CQLT abzubauen. „Die Leute haben einfach Angst.“

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