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Saargummi sucht nach einem neuen Investor

Bei Saargummi in Büschfeld bangen jetzt viele Mitarbeiter um ihren Arbeitsplatz.

Bei Saargummi in Büschfeld bangen jetzt viele Mitarbeiter um ihren Arbeitsplatz.

Büschfeld. Auch drei Tage nach dem Insolvenzantrag des Saargummi-Werkes in Büschfeld schlagen die jüngsten Ereignisse bei einem der größten Arbeitgeber der Region weiter Wellen. Am Montag zeigte sich auch der Waderner Bürgermeister Fredi Dewald (SPD) tief besorgt über die Zukunft des Unternehmens, das für seine Kommune von so zentraler wirtschaftlicher Bedeutung ist. „Die letzten Wochen haben schon darauf hingedeutet, dass sich die Dinge so dramatisch entwickeln könnten, dennoch ist man geschockt, wenn es dann tatsächlich eintritt“, erklärte Dewald auf Anfrage der SZ. Doch in aller Sorge mischt sich auch eine Prise Hoffnung: „Ich sehe auch einen Silberstreif am Horizont, zumal ich großes Vertrauen in die beiden Insolvenzverwalter habe. Die haben sich auf diesem Gebiet einen guten Namen erworben.“ Wie schon zuvor Vertreter des Betriebsrates und Mitarbeiter, so ließ auch der Waderner Rathauschef kein gutes Haar an der bisherigen Geschäftsführung des Werkes, die von dem Finanzinvestor Odewald & Compagnie installiert worden war: „Ich bin nicht gerade traurig darüber, dass im Zuge dieser Insolvenz diese Heuschrecken zum Teufel gejagt worden sind.“



Er habe im Laufe des Freitagvormittags vom FDP-Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Joachim Kiefaber, von dem Insolvenzantrag des Unternehmens erfahren, erinnerte sich Dewald an den vergangenen Freitag. „Aber mich stimmt optimistisch, dass sich die großen Saargummi-Kunden aus der Automobilindustrie zu dem Unternehmen bekannt haben und mithelfen wollen, einen neuen Eigentümer zu finden.“ Bei der Suche nach einem neuen Investor, der das zahlungsunfähige Büschfelder Werk übernehmen könnte, gehen die Insolvenzverwalter dabei offenkundig einen Weg, den der Waderner Bürgermeister ebenfalls begrüßt: „Ich habe am Morgen eine E-Mail von Insolvenzverwalter Jean-Olivier Boghossian erhalten, in der er mir mitgeteilt hat, dass er und sein Kollege Udo Gröner sich bemühen, bei der Suche nach einem Investor die politisch Verantwortlichen so eng wie möglich mit einzubinden.“ Dies empfinde er als „absolut positives Signal im Sinne einer offenen und transparenten Informationspolitik“, erklärte Fredi Dewald.



Derweil hat der Kreisverband der Linkspartei den saarländischen Ministerpräsidenten Peter Müller aufgefordert, die Rettung des Büschfelder Saargummi-Werkes zur Chefsache zu machen. Dies ist das Resultat einer Dringlichkeitssitzung, zu der sich der Kreisverband am Freitagabend in Nennig getroffen hat. In diesem Zusammenhang kritisiert die Linke den FDP-Wirtschaftsminister Christoph Hartmann: Sein bisheriger Einsatz in Sachen Saargummi sei „mehr als enttäuschend“ gewesen, befand die Landtagsabgeordnete Dagmar Ensch-Engel. Außer Beileidsbekundungen und dem Inaussichtstellen einer Lösung sei bisher nichts passiert. „Seit Monaten fordert die Linke ein nachhaltiges Sanierungskonzept beziehungsweise eine Landes- oder Unternehmensbeteiligung, die vorrangig die Interessen der Belegschaft vertritt“, betonte Ensch-Engel.
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